Bonn/Berlin: Post schafft 20 000 neue Annahmestellen für Pakete

Bonn/Berlin : Post schafft 20 000 neue Annahmestellen für Pakete

Der Konzern sucht eine stärkere Kooperation mit dem klassischen Handel. Die Rückgabe bestellter Ware wird erleichtert.

Die Deutsche Post und ihre Logistiksparte DHL suchen einen engeren Schulterschluss mit dem Einzelhandel in den Städten, um das Geschäft mit per Internet bestellter Ware zu vereinfachen.

Der Konzern will bis Ende 2014 die Zahl der DHL-Paketshops von aktuell 30 000 auf 50 000 erhöhen. Damit soll eine der größten Schwachstellen beim digitalen Versandhandel beseitigt werden: Wer bei Amazon, Zalando oder auch Saturn ein Produkt online bestellt, bekommt es zwar nach Hause gebracht. Doch für die Rückgabe muss der Kunde zu einem oft relativ weit entfernten Paketshop.

"Mit dem Aufbau der neuen Paketshops setzen wir unsere Orientierung an den Bedürfnissen der Verbraucher fort", sagte gestern in Berlin Frank Appel, Vorstandschef von Deutscher Post DHL, "wir kommen so näher zum Kunden." Jürgen Gerdes, für das deutsche Brief- und Paketgeschäft zuständiger Konzernvorstand, ergänzte: "Einzelhändler, die mit uns zusammenarbeiten, ziehen so neue Kunden an."

Dabei gehört das Geschäft mit online bestellten Waren zu den entscheidenden Wachstumsträgern der Post. Seit 2009 wuchsen die Umsätze im Paketgeschäft durchschnittlich pro Jahr um 10,5 Prozent, während das Briefvolumen zurückgeht. Bereits jetzt macht das Paketgeschäft ein Viertel des hiesigen Umsatzes mit Briefen und Paketen aus, in einigen Jahren könnte es fast die Hälfte sein: Denn während aktuell ein Zehntel der Waren im Einzelhandel online verkauft wird, könnten es in zehn Jahren 20 Prozent sein. Damit rechnet zumindest der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (BVH).

Die neuen Annahmestellen sind nur Teil der Paket-Offensive des Konzerns. Aktuell gibt es 2500 Packstationen, um Waren abzuholen und zu versenden, Ende des Jahres sollen es 2650 sein. Immerhin haben sich schon rund vier Millionen Kunden für die Stationen angemeldet – viele nutzen sie aber nur selten. Bei Bonn testet die Post "Paketkästen", die Pakete diebstahlssicher vor dem Haus "annehmen" – es ist abzusehen, dass weitere Regionen folgen. Der Konzern testet auch den Versand von verderblichen Lebensmitteln – hier ist unsicher, ob das Projekt Erfolg hat.

Außerdem gibt es eine Dienstleistung, die vielen Kunden fast unbekannt ist: Man kann einem Paketzusteller schon länger einfach ein frankiertes Paket, Päckchen oder ein Retourpaket mitgeben und sich so den Weg zum Postamt oder einer Annahmestelle sparen.

(RP)