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Bonn: Post rechnet bei Paketkästen mit sehr hoher Nachfrage

Bonn : Post rechnet bei Paketkästen mit sehr hoher Nachfrage

Die Post will in einer Reihe anderer Länder rund um den Globus ein eigenständiges Paketgeschäft zur Belieferung von Privatkunden aufbauen. Bis 2020 soll der operative Gewinn (Ebit) von aktuell 2,9 Milliarden Euro auf mehr als 4,6 Milliarden Euro steigen. Und für das Angebot, dass Haushalte sich ab Mai Pakete in einen extra aufgestellten Paketbriefkasten liefern lassen können, erwartet der Konzern riesige Nachfrage. Dies sind drei der Aussagen zur künftigen Strategie,die der Vorstand gestern vorstellte. Als Reaktion sprang die Aktie um fast fünf Prozent in die Höhe.

Beim Paketgeschäft wollen Postchef Frank Appel und sein für das Brief- und Paketgeschäft zuständiger Kollege Jürgen Gerdes mit einer Mehrstufentaktik angreifen. Dabei sollen speziell in Asien und wohl auch Amerika hochautomatisierte Paketverteilzentren aufgebaut werden. Großkunden sollen Rechenzentren und Lager mit denen der Post verknüpfen, um per Internet bestellte Ware zügig liefern zu können – in Deutschland macht dies die Post bereits mit Amazon. Als schwierigsten Schritt denken Appel und Gerdes neben Partnerschaften zum Paketaustragen an das Anheuern zehntausender weiterer Auslieferer, nachdem der Konzern in mehreren Ländern Europas und in Indien bereits etwas im Paketgeschäft mitmischt.

Auch in der Heimat setzt die Post auf E-Commerce als Wachstumsfeld. So verhandelt sie mit einem Handelskonzern, um im Internet bestellte Lebensmittel von dessen Lagern aus auszuliefern. Die Paketbriefkästen sollen von Kunden auch genutzt werden, um Waren zurückzusenden – der Paketträger leert sie dann.

Trotz Expansionsstrategie schließt der Vorstand große Zukäufe aus. Bis 2020 soll der Umsatzanteil in Wachstumsländern wie China von 22 Prozent auf 30 Prozent steigen. Dabei soll die Zentrale in Bonn in Relation zum insgesamt wachsenden Geschäft eher etwas schrumpfen – aber ohne Jobabbau.

(RP)