1. Wirtschaft

Düsseldorf: Positive US-Jobdaten dämpfen Rezessionsangst

Düsseldorf : Positive US-Jobdaten dämpfen Rezessionsangst

Die überraschend positiven Daten vom US-Arbeitsmarkt haben den Abwärtssog an den internationalen Finanzmärkten kurzzeitig abgebremst. Im Juli wurden 117 000 Jobs geschaffen. Ökonomen hatten lediglich mit 85 000 gerechnet. Die Arbeitslosenquote sank ebenfall unerwartet, wenn auch nur leicht von 9,2 auf 9,1 Punkte. Das ist im Vergleich mit anderen westlichen Ländern aber immer noch sehr viel. In Deutschland liegt die Arbeitslosenquote bei sieben Prozent, obwohl der Arbeitsmarkt hier sogar regulierter ist als in den USA.

"Die Märkte tendieren zu Übertreibungen", kommentiert Bastian Hepperle, Amerika-Experte der WestLB, die tagelange Talfahrt an den globalen Finanzmärkten. Hans-Jörg Naumer, Kapitalmarkt-Analyst bei Allianz Global Investors, meint, die Angst vor einer neuen weltweiten Rezession sei unbegründet. Weder die etwas vorsichtigeren Ausblicke der Unternehmen, noch die Schuldenproblematik in Europa oder den USA gäben dazu Anlass, meint auch Hepperle. Die Wahrscheinlichkeit für eine Rezession liege bei nur 15 Prozent.

Es sei aber auch in den folgenden sechs Monaten mit einem "hartnäckigen langsamen Wachstum" zu rechnen, der auf die strukturellen Probleme in den USA und die damit verbundenen Auswirkungen zurückzuführen sei, sagt Hepperle.

Vor allem der noch immer schwache amerikanische Arbeitsmarkt sei die größte Bremse für ein stärkeres Wachstum der größten Volkswirtschaft der Welt. So hat die Angst vor dem Jobverlust die amerikanischen Konsumenten deutlich zurückhaltend gemacht: Im zweiten Quartal erhöhten sie ihre Ausgaben kaum noch. Dies fällt deswegen so stark ins Gewicht, weil die Verbraucher insgesamt für gut zwei Drittel der Wirtschaftskraft aufkommen. Der Export spielt dagegen für die US-Wirtschaft nur eine untergeordnete Rolle.

Deutschland befinde sich ohnehin in einer "recht komfortablen Lage", sagt Konjunktur-Experte Hepperle. Mit Wachstumsraten von über drei Prozent in den Jahren 2010 und 2011 erlebe Deutschland einen stabilen Aufschwung. Zudem hat die Bedeutung der US-Wirtschaft für Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich abgenommen. Die deutschen Exporteure würden nur knapp sieben Prozent ihrer Waren in die USA ausführen. Dagegen wird China wird als Exportland für Deutschland immer wichtiger.

(RP)