Diesel-Skandal: Porsche muss Bußgeld von 535 Millionen zahlen

Diesel-Skandal : Porsche muss Bußgeld von 535 Millionen zahlen

(dpa) Porsche kaufte sich den Dieselskandal mit Motoren der Konzernschwester Audi ein. Jetzt erhält der Sportwagenbauer die Quittung: Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat dem Unternehmen ein Bußgeld in Höhe von 535 Millionen Euro aufgebrummt.

Grund seien unter anderem fahrlässige Aufsichtspflichtverletzungen in der Entwicklungsabteilung im Hinblick auf die Emissionen von Fahrzeugen im Zeitraum ab 2009, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

Der Sportwagenbauer hat nie selbst Dieselmotoren entwickelt oder produziert. Für seine sportlichen Geländewagen Panamera, Cayenne und Macan kaufte Porsche V6- und V8-Motoren von der Ingolstädter Schwester ein. Gut 75.000 Cayenne und Macan mit Sechszylindermotor musste Porsche in Europa zurückrufen. Schon im Herbst kündigte Porsche-Chef Oliver Blume deshalb die Abkehr vom Diesel an.

Porsche will die Zahlung erst im zweiten Quartal in der Bilanz berücksichtigen. Die Summe dürfte der hochprofitable Konzern aber gut verkraften. Unterm Strich verdiente Porsche 2018 etwa 3,1 Milliarden Euro. Die Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten sind damit im VW-Konzern abgeschlossen. Schon 2018 hatte die Staatsanwaltschaft Braunschweig ein Bußgeld von einer Milliarde Euro gegen Volkswagen verhängt. Im Herbst folgte die Behörde in München und brummte Audi ein Bußgeld in Höhe von 800 Millionen Euro auf. Dieselbesitzer sehen davon nichts. Die Geldbußen gegen VW und Audi gingen an die jeweiligen Länderkassen. Darauf entbrannte ein Streit über die Verteilung. Gegen den Zulieferer Bosch und den Autobauer Daimler laufen ähnliche Verfahren.

Die Höhe des Bußgelds ist auch den hohen Gewinnen des Sportwagenbauers je Fahrzeug geschuldet. Es setzt sich aus der Ahndung der Ordnungswidrigkeit in Höhe von vier Millionen Euro und einer Gewinnabschöpfung von 531 Millionen Euro zusammen. Porsche hat keine Rechtsmittel eingelegt. Damit ist der Bußgeldbescheid wirksam.

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