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Poolbau in NRW: Baugenehmigung für den Swimmingpool und Kinderlärm

Fragen und Antworten zum Bau und Kinderlärm : Braucht man eine Baugenehmigung für den Swimmingpool?

Das eigene Schwimmbecken direkt vor der Haustür, das einmal gebaut erstmal jahrelang steht. Für viele Familien ist das der Traum. Doch braucht man dafür eine Baugenehmigung. Wie groß darf der Pool überhaupt sein und dürfen Kinder darin auch laut planschen? Ein Überblick über die rechtliche Lage in NRW.

Plant man einen eingebauten Swimmingpool im Garten, muss man einiges beachten. Diese Fragen und unsere Antworten verschaffen einen Überblick zum Pool-Bau, Genehmigungen, Abstandsregeln zum Nachbarn und wie laut Kinder nachher planschen können.

Braucht man für das eingelassene Schwimmbecken eine Baugenehmigung?

Wer in Nordrhein-Westfalen einen Pool im Garten haben will, in den bis zu 100 Kubikmeter hineinpassen, hat Glück. Denn laut Bauordnung des bevölkerungsreichsten Bundeslandes gehört das „Schwimmbecken mit einem Beckeninhalt bis zu 100 m³ zu den verfahrensfreien Bauvorhaben. Festgehalten ist das unter Paragraph 62, Absatz 10: Anlagen in Gärten und zur Freizeitgestaltung. Das heißt, Pool-Bauer müssen bei der Größe keine Baugenehmigung einholen. Wer allerdings ein größeres Schwimmbecken im Garten plant, braucht die Erlaubnis dann für das Bauprojekt.

Was ist, wenn der Pool überdacht werden soll?

Wer den Pool mit einer sogenannten „lufgetragenen Überdachung“ ausstatten will, muss dafür keine Baugenehmigung einholen. Diese Überdachung ist eigentlich eine elastische, am Boden abgedeckte Hülle, die aussieht wie ein Heißluftballon auf der Erde. Mit einem Gebläse wird ein leichter Überdruck erzeugt, der die Hülle dann trägt. Weil sie zu den „luftgetragenen Überdachungen“ zählt, braucht man keine Genehmigung. Anders ist das bei einer „festen Überdachung – zum Beispiel einer Metall-Konstruktion mit Glaselementen“, sagt ein Sprecher des Bauministeriums. Wer eine Haube aus Plexiglas plant, muss dafür die Erlaubnis beim Bauamt einholen – und zwar ganz unabhängig davon, wie groß das Schwimmbecken werden soll.

Wer erteilt die Baugenehmigung?

Die Baugenehmigung erteilt jeweils das örtliche Bauamt, das es in jeder Stadtverwaltung gibt. Dort müssen Betroffene unter anderem ein Antragsformular für die Genehmigung ausfüllen und einen Lageplan für die baulichen Veränderungen abgeben.

Welchen Abstand zum Nachbarn müssen Pool-Planer einhalten?

Auch wenn man keine Baugenehmigung braucht, müssen sich Interessierte an öffentlich-rechtliche Standards halten. Dazu gehört nach dem Nachbarrechtsgesetz auch, dass der Mindestabstand zum benachbarten Grundstück 50 Zentimeter sein sollte.

Ragt eine Anlage zwei Meter über die Geländeoberfläche – das passiert durch eine Überdachung – müssen Pool-Bauer auch den Abstand „um so viel über 0,50 Meter“ erhöhen, „als ihre Höhe das Maß von 2 Meter übersteigt“. So heißt es in Paragraph 31 des Nachbarrechtsgesetz. Wer also eine Überdachung plant, die zweieinhalb Meter hoch ist, muss auch einen Meter zum Grundstück des anderen Abstand halten. 50 Zentimeter, die ohnehin gehalten werden müssen und 50 weitere, die über den zwei Metern liegen.

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Nach der Bauordnung Nordrhein-Westfalens müssen Pool-Bauer dann aber ohnehin Abstand halten. Und zwar in der Tiefe der Abstandsfläche drei Meter „vor den Außenwänden von Wohngebäuden [...] mit nicht mehr als drei oberirdischen Geschossen.“

Welche Standards sind noch wichtig für den Bau?

Entscheidend ist auch die Sicherheit des Bauprojekts. Egal ober genehmigungspflichtig oder nicht, „jede bauliche Anlage muss im Ganzen und in ihren einzelnen Teilen sowie für sich allein standsicher sein“, schreibt Artikel 12 der Bauordnung vor. Deshalb müssen Pool-Bauer genau und ordentlich arbeiten. Auch hier bietet es sich an, selbst wenn man sich nicht beim örtlichen Bauamt melden muss, dort anzufragen, damit nichts schief geht.

Welche Größe ist erlaubt?

Eine Mindest- oder Maximalgröße schreibt das Gesetz nicht vor. Jeder kann also seinen Pool so groß bauen, wie er in den Garten passt und trotzdem ausreichend Abstand hält. Wer ein Schwimmbecken mit mehr als 100 Kubikmetern plant, braucht allerdings die Baugenehmigung.

Gilt lautes Planschen als Ruhestörung und wie laut dürfen Kinder im Pool sein?

Wer Kinder im Pool toben und spielen lassen will, kann das getrost tun. Denn laut einem Urteil des Bundesgerichtshofes aus dem Jahr 1993 kann Nachbarn „Lärm als Begleiterscheinung kindlichen und jugendlichen Freizeitverhaltens in höherem Maße zugemutet werden.“ Klar ist schließlich, dass es zur Entwicklungen der jungen Menschen gehört, sich frei zu bewegen und zu spielen.

In der Rechtsprechung wird auch immer wieder das Toleranzgebot angesprochen. Das steht in Artikel 22 Absatz 1 des Bundesimmissionsschutzgesetz, also im Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen. Darin heißt es: „Geräuscheinwirkungen, die von Kindertageseinrichtungen, Kinderspielplätzen und ähnlichen Einrichtungen, wie beispielsweise Ballspielplätzen durch Kinder hervorgerufen werden, sind im Regelfall keine schädlichen Umwelteinwirkungen.“ Deshalb können Kinder und Jugendliche im Planschbecken baden und Spaß haben, ohne, dass Eltern sich sorgen machen müssen.

Die Toleranz hat allerdings ihre Grenzen zu allgemeinen Ruhezeiten. Die sind Mittags, sowie Nachts und an Sonn- und Feiertagen. Sie werden von den Städten und Gemeinden für das jeweilige Wohngebiet festgesetzt und können eingesehen werden.

Dass an Sonn- und Feiertagen Ruhe gilt und es eine Nachtruhe von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr oder 7.00 Uhr gibt, ist vielerorts bekannt. Die Mittagsruhe liegt in den Städten zwischen etwa 12.00 Uhr und 15.00 Uhr. Wer sich zu dieser Zeit Musik bei Zimmerlautstärke anhört, hat nichts zu befürchten. Genauso wenn ein Kind weint oder schreit, weil es sich beim Planschen verletzt hat oder hingefallen ist. Das hat das Oberlandesgericht Düsseldorf 1997 entschieden, als es um ein Kind ging, das während der Nachtruhe die Nachbarn mit lautem Schreien störte.

Wie viel Wasser braucht man für den Pool?

Wer nun alle Fragen geklärt hat, muss nur noch eines wissen. Wie viel Wasser kommt in den Pool, damit das Planschen losgehen kann. Ein Kubikmeter entspricht 1000 Litern Wasser. In ein eingebautes Schwimmbecken in einer Größe von 100 Kubikmeter müssten Familien also 100.000 Liter Wasser füllen. Das ist mehr als der doppelte durchschnittliche Wasserverbrauch eines Deutschen pro Jahr. Wie man das Wasser aus dem Pool wieder herausbekommt und umweltfreundlich vorgeht, erfahren Sie unter anderem in diesem Artikel über Schwimmbecken zum Aufbauen im Garten.