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Wiesbaden: Pensionäre und Selbstständige sind am reichsten

Wiesbaden : Pensionäre und Selbstständige sind am reichsten

Laut Statistischem Bundesamt sind die Vermögen leicht gestiegen. Pensionäre besitzen im Schnitt 298 700 Euro.

Deutsche Pensionäre sind Gewinner der Niedrigzinspolitik. Ihr Nettovermögen ist in den vergangenen fünf Jahren auf durchschnittlich 298 700 Euro pro Haushalt gestiegen, ein Plus von 22 Prozent. Das geht aus der Studie "Geld- und Immobilienvermögen 2013" hervor, die das Statistische Bundesamt veröffentlicht hat. Das Nettovermögen eines Rentner-Haushalts ist nur um drei Prozent auf 127 000 Euro gestiegen. Damit liegen Rentner aber noch leicht über dem Durchschnitt aller Haushalte.

Für die Analyse befragen die Statistiker alle fünf Jahre 55 000 Haushalte. Das Nettovermögen ergibt sich aus der Summe von Sparguthaben, Lebensversicherungsguthaben, Aktien- und Immobilienvermögen (nach Verkehrswert) abzüglich der Schulden.

Pensionäre Pensionäre stehen seit langem oben, da sie in Beruf und Ruhestand im Schnitt mehr verdienen als Angestellte. Die Durchschnittspension ist drei Mal so hoch wie die Durchschnittsrente, auch weil Staatsdiener keine Arbeitslosigkeit kennen. Zudem haben Pensionäre einen relativ hohen Immobilien- und Aktienanteil - und genau diese Vermögensarten sind in der Niedrigzinsphase begünstigt. Der Immobilienboom hat viele Wohnungen und Häuser in bürgerlichen Vierteln wertvoller gemacht. Laut Statistischem Bundesamt hat sich allein der Wert der Immobilien von Pensionären im Schnitt um ein Drittel erhöht.

Rentner Dagegen hat sich das Vermögen der gesetzlich Rentenversicherten kaum erhöht: Nur um drei Prozent binnen fünf Jahren, was real (also inflationsbereinigt) eine Vermögensminderung bedeutet. Ein großer Teil des Vermögens der Rentner steckt in Lebensversicherungen, die in den vergangenen Jahren an Attraktivität verloren haben. Zudem zwingt das steigende Renteneintrittsalter Frührentner, Abstriche hinzunehmen. Eine vergleichbare Regelung gibt es bei Pensionären nicht. Der Bund der Steuerzahler fordert, dass sich das ändern muss.

Arbeitslose Das durchschnittliche Vermögen der Arbeitslosen ist gegenüber 2005 um 47 Prozent auf 18 200 Euro gefallen. Der Grund: Die Arbeitslosigkeit ist stark gesunken, nun sind vor allem Langzeitarbeitlose "übrig" geblieben. Und für sie gilt seit den Hartz-Reformen, dass sie ihr Vermögen erst bis zu einem Schonbetrag aufbrauchen müssen, bevor sie Hartz IV beziehen.

Angestellte Das Vermögen der Angestellten ist um vier Prozent auf 112 100 Euro gestiegen. Das bedeutet real ebenfalls einen Vermögensverlust. Sie leiden unter der Niedrigzinsphase wie unter den schwächelnden Lebensversicherungen. Auch haben sie deutlich weniger Vermögen als Selbstständige.

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Familien Die Statistiker haben auch untersucht, wie sich das Vermögen mit dem Familienstand ändert. Mit Abstand das meiste besitzen kinderlose Paare: im Schnitt 174 200 Euro. Wer Kinder hat, kann wenig ansparen, folglich liegt das Vermögen hier nur bei 136 800. Am ärmsten dran sind Single-Haushalte. Auch wenn sich ihre Lage etwas verbessert hat, bleibt ein bescheidenen Vermögen von 36 000 Euro.

(RP)