"Panorama" erhebt neue Vorwürfe gegen AWD

"Panorama" erhebt neue Vorwürfe gegen AWD

Hamburg (RP) Die Verluste von Anlegern des Finanzdienstleisters AWD sind nach einem Medienbericht sehr viel größer als vom AWD-Gründer Carsten Maschmeyer bislang eingeräumt. Die "Panorama"-Redaktion des Norddeutschen Rundfunk (NDR) präsentierte eine Liste mit den Namen und Beteiligungssummen von rund 30 000 Anlegern, die in verlustreiche "geschlossene Fonds" investiert hätten. Maschmeyer habe dagegen in jüngster Zeit immer wieder von Einzelfällen gesprochen.

Sämtlichen Anlegern, die auf der Liste stehen, hatten AWD-Berater dem Bericht zufolge in den 90er-Jahren sogenannte Drei-Länder-Fonds (DLF) vermittelt. Diese Fonds hätten den Beratern und dem AWD hohe Provisionen gebracht, sich aber laut "Stiftung Warentest" alle schlecht entwickelt. Leidtragende seien die Anleger gewesen, die auch nach Abzug von Ausschüttungen und möglichen Steuervorteilen teilweise mehrere zehntausend Euro Verlust hätten hinnehmen müssen. Die Liste belege, dass Tausenden Anlegern Kredite zur Finanzierung ihrer Investments vom AWD vermittelt worden seien. Als wegen schlechter Entwicklung der Fonds die Ausschüttungen gesunken oder gar ganz ausgeblieben seien, hätten diese Kunden den Verlust des Investments und hohe Kreditschulden erlitten.

AWD erklärte, der Vertrieb der Beteiligungen an Dreiländerfonds sei zwischen 1989 und 1999 erfolgt und liege somit mindestens zwölf Jahre zurück. Die als angeblich neu vermeldete Zahl von DLF-Zeichnern sei schon 2001 Gegenstand einer Anfrage von "Finanztest" gewesen und vom Unternehmen gegenüber der Zeitschrift auch offen kommuniziert worden. Die nun als neu vermeldeten Zahlen seien demnach schon seit zehn Jahren in der Öffentlichkeit und enthielten keinerlei neuen Informationswert.

(RP)
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