San Francisco: Online-Händler Amazon will auch Lebensmittel liefern

San Francisco : Online-Händler Amazon will auch Lebensmittel liefern

Wer bisher bei Amazon einkaufte, bestellte meist Bücher, DVDs und Elektrogeräte wie Handys. In Zukunft könnten auch Brötchen, Tiefkühlpizza und Kartoffeln im digitalen Warenkorb liegen: Der Online-Versandhändler will seine Kunden auch mit Lebensmitteln versorgen. Das berichten Insider. Am Sitz des Unternehmens in Seattle laufen die Tests für "Amazon Fresh" schon seit fünf Jahren – dort gehören die grün-weißen Lieferwagen zum Stadtbild. Noch in dieser Woche soll der Dienst in Los Angeles an den Start gehen, in diesem Monat soll das Angebot zudem in San Francisco starten. Bei erfolgreichem Verlauf will Amazon seinen Lieferdienst auf 20 bis 40 Standorte ausweiten, auch im Ausland.

Als größter Einzelhandelssektor ist der Lebensmittelhandel in den USA für seine geringen Gewinnspannen bekannt. Im vergangenen Jahr setzte die Branche rund 568 Milliarden Dollar um. Mit seinem Konzept konkurriert Amazon mit Unternehmen wie Safeway Inc oder der Supermarktkette Wal-Mart, die ebenfalls auf Pläne für einen Online-Lieferdienst setzt. Um den Dienst profitabel zu machen und die Lieferkosten zu senken, setzt Amazon auf sein breites Warensortiment und hofft, dass Kunden mit den Lebensmitteln eventuell noch das eine oder andere teure Gerät kaufen. Ein Insider sagte, neue Amazon-Lagerhäuser würden mit Kühlräumen ausgestattet.

Der ehemalige Wal-Mart-Manager Roger Davidson hält Amazons Erfolgschancen für gering: "Die Gründe, dass solche Geschäfte in der Vergangenheit scheiterten, sind unverändert." So seien frische Produkte zu schnell verderblich und könnten beim Ausliefern leicht beschädigt werden.

(RP)