Berlin: Ökostrom-Umlage soll im nächsten Jahr sinken

Berlin: Ökostrom-Umlage soll im nächsten Jahr sinken

Die deutschen Verbraucher können nach den Preissprüngen der letzten Jahre auf einen leichten Rückgang der Stromkosten hoffen. Die Ökostrom-Umlage wird aller Voraussicht nach erstmals sinken. Grund ist ein Milliardenüberschuss auf dem Umlage-Konto. Das Plus stieg bis Anfang September trotz hoher Ausgaben für Solar- und Windstrom auf rund 1,5 Milliarden Euro. Anfang September 2013 hatte das Konto noch einen Stand von minus 2,3 Milliarden Euro aufgewiesen. Es sind also nun 3,8 Milliarden Euro mehr auf dem Konto. Da die Umlage für das nächste Jahr auf Basis des Kontostands Ende September berechnet wird, gilt ein Sinken der Umlage als sicher. Die Umlage für 2015 wird am 15. Oktober von den zuständigen Übertragungsnetzbetreibern bekanntgegeben.

Verbraucher und Wirtschaft zahlen die Umlage über den Strompreis. Diesen Einnahmen stehen die Milliardenausgaben für die Vergütung des produzierten Ökostroms gegenüber. Betreiber von Biogas-, Solar- und Windkraftanlagen erhalten auf 20 Jahre garantiert feste Vergütungen. Seit 2010 ist die Umlage von zwei Cent auf netto 6,24 Cent je Kilowattstunde in diesem Jahr geklettert. Mit der im August in Kraft getretenen Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), die Förderkürzungen vorsieht, hat die Entwicklung noch nichts zu tun. Die Auswirkungen werden erst bei der Umlage 2016 sichtbar werden.

Das aktuelle Plus hängt damit zusammen, dass nach dem Anstieg der Vorjahre ein Puffer eingebaut worden ist. Das Öko-Institut und die Denkfabrik Agora Energiewende errechneten bereits im Mai, dass die Förderabgabe auf rund sechs Cent die Kilowattstunde sinken könnte. Nun könne sie sogar bis auf 5,86 Cent sinken, hieß es bei Agora. Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer sprach von einer guten Nachricht. Das Plus hänge aber damit zusammen, "dass vor der Bundestagswahl 2013 die Umlage zu hoch angesetzt worden war". Die EEG-Reform berge das Risiko einer wieder steigenden Umlage, weil Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) die Industrieausnahmen bei den Förderkosten ausgeweitet habe. Die Versorger müssten die Milliarden-Überschüsse an den Verbraucher zurückgeben.

Die Ökostrom-Umlage macht derzeit 18 Prozent des Strompreises aus. Ein Haushalt mit einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden zahlt ohne Mehrwertsteuer knapp 250 Euro im Jahr an Umlage, bei 3500 Kilowattstunden 218 Euro.

(dpa)
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