Kommentar zum Tarifabschluss im öffentlichen Dienst Bsirskes teures Abschiedsgeschenk

Meinung | Berlin · Für Nordrhein-Westfalen kann der Sieg des Verdi-Chefs im Tarifkampf mit den Ländern richtig teuer werden.

Foto: Foto: Ronny Hendrichs

Wenn man in diesen Tagen Frank Bsirske darauf ansprach, ob die Tarifrunde der Länder etwas Besonderes für ihn sei, immerhin war es ja seine letzte als Verdi-Chef, da winkte er ab. Das spiele keine Rolle. So ganz glauben konnte man es dem Mann, der 18 Jahre lang Gesicht und Stimme von Verdi war, nicht. Denn wäre bei Bsirskes letztem Großgefecht nur ein bescheidenes Ergebnis herausgekommen, hätte das einen Schatten auf sein Vermächtnis geworfen.

Doch Bsirske kann beruhigt gehen. Der Abschluss kann sich sehen lassen. Ein Lohnplus von nahezu acht Prozent ist angesichts der sich eintrübenden Konjunktur aus Beschäftigtensicht ordentlich; die lange Laufzeit lässt sich angesichts der hohen Zahl verknusen. Die Länder hatten argumentativ die schlechteren Karten. Den Fachkräftemangel spüren sie am eigenen Leib. Doch nur wer anständig zahlt, kann im immer schärferen Wettbewerb bestehen.

Für überschuldete Länder wie NRW, das mit mehr als 171 Milliarden Euro in der Kreide steht, ist Bsirskes Abschiedsgeschenk dennoch eine schwer zu finanzierende Bürde. Vor allem, da das Ergebnis voraussichtlich auf die Kommunal- und Landesbeamten übertragen werden muss.

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