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Düsseldorf: Obi stoppt Verkauf von Haustieren

Düsseldorf : Obi stoppt Verkauf von Haustieren

Die Baumarktkette reagiert auf ein Enthüllungsvideo von Tierschützern.

Total überfüllte Käfige in dunklen Hallen, verletzte Kaninchen, Mäuse, die an toten Artgenossen nagen, verwesende Hamsterleichen - das Video, das die Tierschutz-Organisation Peta vor wenigen Tagen veröffentlicht hat, schockiert. Den Tierschützern zufolge zeigt der kurze Videoclip eine Massenzuchtanlage für Kleintiere (Hamster, Meerschweinchen, Mäuse, Kaninchen, Vögel), die später unter anderem in Obi-Baumärkten verkauft werden.

Die Baumarktkette hat gestern reagiert: "Die aktuellen Ereignisse haben uns veranlasst, den Ausstieg aus dem Verkauf von Kleintieren für das gesamte Unternehmen festzulegen", erklärt der Konzern. Obi betonte außerdem, dass von den über 580 Filialen weltweit nur in 15 von Franchisepartnern geführten Märkten die betroffenen Kleintiere bisher noch verkauft worden seien. Nach Peta-Recherchen sind darunter auch Obi-Märkte in NRW - in Rheinbach und in Alfter bei Bonn.

Bereits im April hatten die Tierschützer die Zustände bei Züchtern für Kleintiere aufgedeckt - und ihnen massive Tierquälerei vorgeworfen. Die Tiere aus der Massentierhandlung landeten laut Peta unter anderem bei großen Händlern wie Fressnapf, Dehner, Hagebaumarkt und Obi. Während andere Unternehmen auf die Vorwürfe eingegangen seien und die Zusammenarbeit mit den Züchtern beendet hätten, habe sich Obi nicht gesprächsbereit gezeigt, erklärt ein Sprecher der Tierschutzorganisation. "Es war das einzige große Unternehmen, das nicht reagiert hat."

Die Tierschützer hatten daraufhin den Druck auf die Baumarktkette erhöht. Vor einer Woche veröffentlichten sie das Video und starteten eine Petition im Internet. Innerhalb von sechs Tagen unterschrieben über 50 000 Menschen die Forderung, dass Obi den Kleintierverkauf beende. Prominente wie Thomas D. von den Fantstischen Vier unterstützen die Petition. "Wir freuen uns, dass Obi Herz zeigt und das brutale Geschäft nicht mehr unterstützt", sagt der Peta-Sprecher.

(RP)