München/Düsseldorf: O2 erwartet weiteren Preiskampf bei Mobilfunk

München/Düsseldorf : O2 erwartet weiteren Preiskampf bei Mobilfunk

Obwohl O2/Telefónica dieses Jahr den Düsseldorfer Wettbewerber E-Plus übernehmen will, erwartet der Vorstand von O2 keine höheren Preise, sondern einen weiterhin harten Wettbewerb. Das sagte Markus Haas, Strategievorstand von O2. Haas verwies darauf, dass unabhängige Telefonfirmen wie Drillisch oder Freenet in Deutschland ein Drittel der Mobilfunk-Karten verteilten. Weil diese Unternehmen ihre Tarife unabhängig von den Netzbetreibern entwürfen, gebe es also auch künftig einen aggressiven Wettbewerb in Deutschland. Mit diesem Argument wolle O2 auch die Zustimmung der EU-Kommission zum Kauf von E-Plus erreichen. In keinem Land Europas seien unabhängige Telefonfirmen neben den Netzbetreibern so stark – das soll die EU-Kommission überzeugen.

Bei manchem Mitarbeiter in der Düsseldorfer Zentrale von E-Plus kommen die Äußerungen von Haas nicht so gut an. Sie bedeuten nämlich indirekt, dass E-Plus nach der Fusion nicht mehr als aggressiver Wettbewerber eingeschätzt wird. Die Äußerung widerspricht auch der Aussage der E-Plus-Führung, auch nach der Übernahme eine aktive Rolle im deutschen Mobilfunk spielen zu wollen.

Gleichzeitig bestätigte O2 gestern, wie hart der Wettbewerb im Moment ist. Unter dem Strich verdiente die Firma im vergangenen Jahr nur 78 Millionen Euro – ein Einbruch um drei Viertel. Das Unternehmen steckt wie seine Rivalen in der Zwickmühle: Die Firma muss die Preise senken, um Kunden bei der Stange zu halten, während gleichzeitig große Investitionen in den Ausbau des Mobilfunknetzes fällig werden.

Zuletzt war die spanische Gesellschaft Telefónica bei der Werbung von Kunden jedenfalls nicht erfolgreich: Die Zahl der O2-Handynutzer nahm im vierten Quartal um knapp 200 000 auf 19,4 Millionen ab. E-Plus hatte dagegen im letzten Vierteljahr und im ganzen Geschäftsjahr zugelegt.

(RP)
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