Preisträger „Wirtschaft im Wandel“ Wie ein Familienunternehmen CO2-neutral wurde

Bonn · Vor drei Jahren beschloss Peter Küpper, mit seinem Heizungs- und Badbetrieb aktiv gegen die Klimakrise vorzugehen. Und so schuf er in Meckenheim die erste Gewerbeimmobilie Deutschlands, die sich mit grünem Wasserstoff selbst versorgt.

Peter Küpper, Vera Küpper-Racke und Michael Brodziak sind Geschäftsführer bei Josef Küpper Söhne.

Peter Küpper, Vera Küpper-Racke und Michael Brodziak sind Geschäftsführer bei Josef Küpper Söhne.

Foto: Küpper

Als die Josef Küpper Söhne GmbH 100 Jahre alt wurde, nahm sie den Kampf gegen die Klimakrise auf. Geschäftsführer Peter Küpper beschloss damals, den Heizungs- und Badbetrieb CO2-neutral zu machen. Er führt ihn in dritter Generation, sein Großvater Josef fing 1919 als „kleiner Klempner“ an. Heute hat das Unternehmen 110 Mitarbeiter an drei Standorten in Bonn und Meckenheim. Mit 3,5 Millionen Euro schuf es Deutschlands erste Gewerbeimmobilie, die sich mit grünem Wasserstoff selbst versorgt.

Als Küpper die Idee zu einem energieautarken Gebäude kam, wusste er noch nicht, wie das funktionieren sollte. „Auf meiner ersten Skizze hatte ich bloß 20 Kilogramm grünen Wasserstoff eingeplant“, sagt der 64-Jährige. „Heute arbeiten wir mit 440 Kilogramm.“ Er machte einen Termin mit dem nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerium, trug dem damaligen Minister Andreas Pinkwart (FDP) seine Idee vor, sprach mit Experten und überarbeitete seine Pläne noch einmal. Mit Erfolg: Das Ministerium versprach ihm einen Zuschuss von 55 Prozent. Also suchte er nach einem Standort, entschied sich für Meckenheim in der Nähe von Bonn und ließ dort ein Haus mit rund 1200 Quadratmeter Nutzfläche errichten.

Auf dem Dach und in der Fassade installierten die Handwerker eine Fotovoltaikanlage, zum Heizen und Kühlen gibt es eine Erdwärmepumpe. Ein Wasserstoffsystem produziert mit Strom aus der Fotovoltaikanlage durch Elektrolyse grünen Wasserstoff, der in Druckflaschen eingelagert wird. Im Winter kann man ihn über Brennstoffzellen zurückverwandeln in Strom und Wärme. So ist das Gebäude das ganze Jahr über energieautark.

In seinem Unternehmen legt Küpper jetzt den Fokus auf die energetische Sanierung. Seit 2019 absolvierten drei Mitarbeiter die Fortbildung zum Gebäudeenergieberater. Außerdem stellte Küpper einen Elektromeister ein, um eine Elektroabteilung aufzubauen. „Unser Ziel ist es, die energetische Sanierung komplett aus eigener Hand zu machen“, sagt er.

Das neue Konzept ist nicht nur bei seinen Kunden erfolgreich, sondern auch beim Wettbewerb „Wirtschaft im Wandel“. Alle zwei Jahre wird der von der Rheinischen Post gemeinsam mit der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und dem General-Anzeiger Bonn ausgerichtet. Josef Küpper Söhne gewann in diesem Jahr einen Preis in der Kategorie Handwerksbetriebe und kleine Unternehmen. „Es macht uns mächtig stolz, dass wir nun als Fachbetrieb für den Wandel in der Wirtschaft wahrgenommen werden“, sagt Küpper. 

Land Ideen Logo neu

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Foto: Land Ideen Logo neu

Die Firma läuft gut, machte im vergangenen Jahr 13 Millionen Euro Umsatz und einen Gewinn in siebenstelliger Höhe. Ein Familienunternehmen bleibt sie: Seit Januar führt Tochter Vera mit Peter Küpper die Geschäfte. Und Michael Brodziak ist mit an Bord. Der langjährige Mitarbeiter startete 2000 seine Ausbildung zum Anlagenmechaniker und ist Josef Küpper Söhne bis heute treu geblieben.

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