Preisträger „Wirtschaft im Wandel“ „Unser Antrieb ist die Zukunft unserer Kinder“

Dinslaken · Das Unternehmen SBRS aus Dinslaken stellt erfolgreich E-Ladesäulen für Kommunen, Städte und Unternehmen in NRW bereit. Bald soll es Shell gehören. Wie passen die nachhaltige Geschäftsidee und der Mineralölkonzern zusammen?

 Stephan Nahmer und Andreas Stahl sind die Geschäftsführer von SBRS.

Stephan Nahmer und Andreas Stahl sind die Geschäftsführer von SBRS.

Foto: SBRS

Elektrische Fahrzeuge wären so praktisch, gäbe es mehr Ladesäulen für sie. Das Unternehmen SBRS aus Dinslaken, eine Tochter der Schaltbau Holding AG mit Sitz in München, hat sich genau das zum Ziel gesetzt und stellt NRW-Städten wie Düsseldorf, Köln, Duisburg und Münster Ladeinfrastruktur für E-Busse zur Verfügung. Zu seinem Kundenstamm zählen aber auch größere Unternehmen wie MAN in München, die E-Lastkraftwagen etablieren möchten, oder Betreiber von Schiffen mit Elektromotor. Außerdem entwickelt es neue Technologien in dem Bereich. „Unser Ziel ist es, den Verkehr nachhaltiger zu machen“, sagt Geschäftsführer Andreas Stahl.

Seit 2017 führt er mit Stephan Nahmer die Geschäfte von SBRS. Damals veräußerte die Pintsch GmbH aus Dinslaken, die ebenfalls zur Schaltbau gehört, alle Bereiche, die nicht zu ihrem damaligen Kernbereich Bahninfrastruktur gehörten. So wurde der Bereich Bahntechnik zum Beispiel an die Firma Standby GmbH in Dinslaken verkauft. Und die Mitarbeiter der mobilen Verkehrstechnik begaben sich als SBRS GmbH in die Selbstständigkeit. Zunächst mit zwei Einsatzbereichen: Eisenbahntechnik und Elektromobilität. Seit dem 1. August 2022 existiert nur noch Letzterer. Und am 18. August wurde klar, dass SBRS bald zu Shell gehören wird. Da wurde der Vertrag geschlossen. Im November folgt das „Closing“ – erst dann geht SBRS an den Käufer über.

Sein nachhaltiges Konzept hat nicht nur Shell überzeugt, sondern auch die Jury des Wettbewerbs „Wirtschaft im Wandel“. Alle zwei Jahre richtet die Rheinische Post ihn gemeinsam mit der Initiative „Deutschland - Land der Ideen“ und dem General-Anzeiger Bonn aus. In diesem Jahr gehört SBRS gemeinsam mit drei weiteren Firmen zu den Preisträgern in der Kategorie Handwerksbetriebe und kleine Unternehmen. Papacks Sales aus Köln und die Bäckerei Verweyen aus Ahaus hat unsere Redaktion bereits vorgestellt, das vierte Unternehmen folgt bald. „Wir sind sehr stolz, dass wir gewonnen haben“, sagt Stahl. Die Nachhaltigkeit stehe bei SBRS im Vordergrund – und das nicht nur wegen der Außenwahrnehmung: „Das, was wir für die Umwelt tun, tun wir mit Herz und Seele.“ Natürlich verbänden viele Menschen Shell noch nicht mit dem Thema. Doch das läge am früheren Image. Inzwischen habe es ein Umdenken innerhalb des Konzerns gegeben. Er habe erkannt, dass die Elektromobilität ein wesentlicher Baustein der kommenden Jahre sei und sein Geschäftsmodell dahingehend angepasst. „Deshalb war es für uns ein Ritterschlag, dass Shell uns haben möchte“, sagt Stahl.

SBRS ist generell sehr erfolgreich. 2021 wurde das 60 Mitarbeiter starke Unternehmen zum Marktführer für Bus-Ladeinfrastruktur in Deutschland und machte laut Stahl einen Umsatz von 54 Millionen Euro. Das ist fünf Mal so viel wie im Jahr 2017 – da waren es noch elf Millionen Euro. Über den Gewinn möchten die Geschäftsführer nur so viel sagen: Er liege im hohen einstelligen Millionenbereich. Aber wichtiger sei ihnen etwas Anderes: „Unser Antrieb ist die Zukunft unserer Kinder“, sagt Stahl.

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