Martin Litsch: NRW-Wachstum unter Durchschnitt

Martin Litsch: NRW-Wachstum unter Durchschnitt

Das Bruttoinlandsprodukt legt nur um 1,6 Prozent zu.

Die nordrhein-westfälische Wirtschaft entwickelt sich deutlich weniger dynamisch als der Rest der Republik. Wie IT.NRW mitteilte, lag das Bruttoinlandsprodukt im vergangenen Jahr um 1,7 Prozent über dem des Jahres 2016. Deutschlandweit fiel das Wirtschaftswachstum aber mit 2,2 Prozent deutlich höher aus.

Unternehmensvertreter werteten diese Entwicklung als "klare Aufforderung zu besonderen Anstrengungen". Zwar sei das NRW-Plus für sich genommen erfreulich, erklärte der Verband Unternehmer NRW. Allerdings bleibe die Erkenntnis, dass NRW im Aufschwung gemessen am Bundesdurchschnitt in der Regel langsamer wachse und der Abstand zu Standorten wie Bayern, Baden-Württemberg und Hessen größer werde. "Wenn man aufholen will, muss man sich mehr anstrengen als andere, sonst gelingt das nicht", sagte Luitwin Mallmann, Hauptgeschäftsführer von Unternehmer NRW, und forderte die Landesregierung dazu auf, "die im NRW-Koalitionsvertrag vereinbarten richtigen Schritte zur Verbesserung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen an Rhein und Ruhr zügig und konsequent umzusetzen".

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Dagegen warnte der Deutsche Gewerkschaftsbund vor einer Überforderung durch das Entfesselungsgesetz, mit dem Schwarz-Gelb der Wirtschaft neuen Schwung geben will. Anja Weber, Vorsitzende des DGB NRW, sagte unserer Redaktion: "Wirtschaftswachstum allein macht unsere Gesellschaft nicht besser und gerechter. Daher ist eine aktive Wirtschafts- und Sozialpolitik von zentraler Bedeutung." Mit ihren Entfesselungsgesetzen sei die Landesregierung auf dem Holzweg.

(maxi)