1. Wirtschaft

NRW: So viele Einkommensmillionäre leben in Düsseldorf, Meerbusch, Köln und Co.

Statistisches Landesamt veröffentlicht Zahlen : So viele Einkommensmillionäre leben in NRW

Die Zahl der Top-Verdiener steigt kontinuierlich an. Gemessen an der Bevölkerungsdichte hat Meerbusch die höchste Quote. Die meisten Einkommensmillionäre leben in Düsseldorf und Köln.

Die Zahl der in Nordrhein-Westfalen lebenden Einkommensmillionäre ist weiter gestiegen, auf 5673 im Jahr 2017. Das ist ein Plus von 7,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das Statistische Landesamt anhand jetzt vorliegender Ergebnisse der Lohn- und Einkommensteuerstatistik 2017 mitteilt. Demnach kamen im bevölkerungsreichsten Bundesland 3,2 Einkommensmillionäre auf je 10.000 Einwohner. 2016 lag die Zahl noch bei 3,0, im Jahr 2015 bei 2,7.

Die Zahlen können immer nur mit einer Verzögerung veröffentlicht werden – und zwar dann, wenn die anonymisierten Steuerdaten von den Finanzbehörden zur statistischen Auswertung zur Verfügung gestellt werden, erklärt der Landesbetrieb Information und Technik (NRW IT), der das Statistische Landesamt ist. Die Zahlen seien damit „die aktuellsten, die zurzeit verfügbar sind“, so der zentrale Informationsdienstleister. Bei der Interpretation der Ergebnisse zudem sei zu berücksichtigen, dass „in der vorliegenden Statistik zusammen veranlagte Ehegatten als ein Steuerpflichtiger gezählt werden“. Als Einkommensmillionäre werden alle Steuerpflichtigen mit einem Gesamtbetrag der Einkünfte von mehr als einer Million Euro gezählt. Darunter fallen in der Regel Unternehmer und Manager, einige (Zahn-)Ärzte und natürlich Fußballprofis und andere Stars.

Gemessen an diesen Parametern hat die Stadt Meerbusch im Rhein-Kreis Neuss weiterhin die höchste Millionärsdichte. 92 der gut 55.000 Einwohner waren 2017 Einkommensmillionäre. Das sind 0,166 Prozent – oder umgerechnet 16,6 Millionäre je 10.000 Einwohner. 2016 lebten noch 93 Einkommensmillionäre in Meerbusch. An der Quote hat sich dadurch aber wenig getan (minus 0,3 Prozentpunkte). Und somit macht die in NRW als „Stadt der Millionäre“ bekannte Gemeinde diesem Begriff weiterhin alle Ehre: 2007 löste Meerbusch den damaligen Spitzenreiter in Sachen Millionärsdichte, die Stadt Schalksmühle im Märkischen Kreis, ab und hält seither durchgehend die höchste Quote. Schalksmühle belegt 2017 immerhin noch den 17. Rang von insgesamt 291.

Auf Meerbusch folgt im landesweiten Ranking der Kommunen mit der höchsten Millionärsdichte die Stadt Attendorn (Kreis Olpe) mit einer Quote von 10,3 (25 Einkommensmillionäre im Jahr 2017), knapp gefolgt von der Stadt Erndte­brück (Kreis Siegen-Wittgenstein) mit einer Quote von 10,0 (sieben Einkommensmillionäre bei etwa 7000 Einwohnern).

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Die Großstadt mit der höchsten Quote ist Düsseldorf. In der Landeshauptstadt lebten 2017 insgesamt 527 Einkommensmillionäre. Das entspricht 8,5 Personen pro 10.000 Einwohner. Die absolute Zahl der Superreichen ist allein in Köln höher. Dort lebten 2017 insgesamt 556 Einkommensmillionäre (5,1 pro 10.000 Einwohner). Beide Rheinstädte verzeichneten zudem einen deutlichen Zuwachs: Von 2016 auf 2017 stieg die Zahl der Millionäre in Köln um 62 – das sind 12,55 Prozent. In Düsseldorf stieg die Zahl um 13,82 Prozent (absoluter Zuwachs von 64). Dortmund, die an der Bevölkerung gemessen drittgrößte Stadt in NRW, verzeichnete 2017 eine Quote von 2,3 Einkommensmillionären je 10.000 Einwohner (133 Personen absolut).

Der Landkreis mit den meisten Einkommensmillionären ist der Rhein-Kreis Neuss mit einer Anzahl von 202 Steuerpflichtigen (4,5 pro 10.000 Einwohner). Es folgen der Märkische Kreis (184 insgesamt; 4,5 pro 10.000 Einwohner) und der Rhein-Kreis Sieg (172; 2,9).

Abgesehen davon, dass die Zahlen dreieinhalb Jahre alt sind und daher nicht mehr zwangsläufig die aktuelle Situation widerspiegeln, hat die Statistik ein weiteres Manko: Die Werte für einige kleine Städte und Gemeinden werden geheim gehalten. Dazu zählen unter anderem Kalkar, Krankenburg, Rees und Uedem (alle Kreis Kleve), Brüggen und Grefrath (Kreis Viersen) oder auch Schermbeck und Neukirchen-Vluyn (Kreis Wesel). Insgesamt sind die Werte für 83 Städte und Gemeinden geheim. Das Statistische Landesamt erklärt auf Nachfrage, dass Einzelangaben oder Tabellenfelder, die Rückschlüsse auf die Angaben Einzelner ermöglichen, grundsätzlich geheim gehalten werden.

Bei weiteren 22 Städten und Gemeinden lag die Zahl der Einkommensmillionäre 2017 bei null. Folglich fallen diese Kommunen ebenfalls aus dem Ranking heraus. Der niedrigste Rang unter den eigentlich 396 Kommunen in ganz NRW ist somit Platz 291, den die Stadt Bergkamen im Kreis Unna belegt.

Deutschlandweit lag die Zahl der Einkommensmillionäre indes bei 24.743, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) jüngst mitteilte. Das ist ein Plus von knapp 1900 Steuerzahlern, deren Einkommen bei einer Million Euro und mehr lag. Das bundesweite Durchschnittseinkommen dieser Gruppe lag bei 2,7 Millionen Euro.

Im bundesweiten Ranking belegt der Stadtstaat Hamburg den ersten Platz. Von 10.000 Einkommenssteuerpflichtigen verdienten dort zwölf mehr als eine Million Euro. Die absolute Zahl der Einkommensmillionäre war in Bayern am höchsten. Der Wert lag bei 5702, was eine Quote von acht Millionären pro 10.000 Einwohner bedeutet. Nordrhein-Westfalen hat nach Baden-Württemberg (sieben Einkommensmillionäre pro 10.000 Einwohner) und Hessen (6,6) die fünfthöchste Quote im Bund. Schlusslichter des Bundesländer-­Rankings sind Sachsen-Anhalt und Thüringen mit einem Einkommensmillionär pro 10.000 Steuerpflichtigen.