NRW: Anja Weber mit 98 Prozent zur DGB-Chefin gewählt

NRW: Anja Weber mit 98 Prozent zur DGB-Chefin gewählt

Neben der Wahl eines neuen Vorsitzenden haben die Umbrüche in der Industrie den ersten Tag der 21. Ordentliche DGB-Bezirkskonferenz in NRW bestimmt.

Der Bundesvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Reiner Hoffmann, kritisierte stellvertretend die Thyssenkrupp-Stahlfusionspläne mit dem Konkurrenten Tata: "Was Hiesinger und Co. vorhaben ist kein Erfolgsmodell. Hier wird eine Bad Bank für den Stahl gegründet." Das Konstrukt werde die nächste Stahlkrise "mit Sicherheit" nicht überstehen. "Man darf Thyyssenkrupp nicht sol leichtfertig aufs Spiel setzen. Da könnte sich die Landesregierung deutlicher positionieren", verlangte Hoffmann.

Zuvor hatte der scheidende DGB-Chef Andreas Meyer-Lauber Bilanz seiner Zeit an der Spitze der Organisation gezogen. In seine Amtszeit fiel unter anderem der Versuch der damaligen rot-grünen Landesregierung, einen Teil der Beamten mit einer Nullrunde abzuspeisen. Die Gewerkschaften, allen voran der DGB NRW, hatten sich erfolgreich vor Gericht dagegen gewehrt. Einer der großen Siege des DGB-Chefs. Neben kämpferischen Tönen — ebenfalls in Richtung Siemens und Thyssenkrupp — hatte Meyer-Lauber auch eine optimistische Botschaft dabei: "Die Digitalisierung kann dazu genutzt werden, um Arbeit einfacher und besser zu machen."

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Der DGB in NRW wird künftig weiblicher. Neben der bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden, Sabine Graf, wählten 98 Prozent der Delegierten Anja Weber (Gewerkschaft Nahrungsmittel Genuss Gaststätten) für vier Jahre ins Amt.

Auch Weber ging auf die Stellenstreichungspläne in der Industrie ein. "Unternehmen sollen sich zukunftsfähig aufstellen, aber auch denen, die jahrelang die Gewinner erwirtschaftet haben eine Zukunftsperspektive geben", forderte die neue DGB-Chefin.

(maxi)
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