Cuxhaven: Nördliche Bundesländer sorgen sich um Windkraft

Cuxhaven : Nördliche Bundesländer sorgen sich um Windkraft

Gestern eröffnete Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler in der Nordsee den größten deutschen Windpark.

Die fünf norddeutschen Bundesländer fordern von der Bundesregierung ein schnelles Handeln zur Rettung von Investitionen und Arbeitsplätzen in der Offshore-Branche. Gemeinsam mit Unternehmen und der Gewerkschaft IG Metall unterschrieben sie gestern einen "Cuxhavener Appell". Vor der Tür demonstrierten gleichzeitig lautstark hunderte Beschäftigte der Branche für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze.

Wenige Stunden später eröffnete Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) vor Borkum den bislang größten deutschen See-Windpark Bard Offshore 1. Für den Offshore-Park wurden 80 Anlagen installiert, die Leistung von 400 Megawatt entspricht dem Jahresstrombedarf von mehr als 400 000 Haushalten. Minister Rösler sagte, der Park sei der Beweis, dass die technologischen Herausforderungen der Offshore-Windindustrie zu meistern seien. Dies werde wirtschaftspolitische Effekte in der Region und für die gesamte deutsche Industrie nach sich ziehen. Entgegen mancher Befürchtungen bleibe die Offshore-Windenergie ein wesentlicher Punkt im energiepolitischen Konzept der Bundesregierung.

Im "Cuxhavener Appell" der norddeutschen Länder wird unter anderem Sicherheit für die finanzielle Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz bis 2020 gefordert. Unterzeichnet wurde der Appell von den Wirtschafts- und Energieministern der fünf norddeutschen Bundesländer sowie von Bürgermeistern, Unternehmen und der IG Metall.

"Offshore ist der Eckpfeiler der Energiewende", sagte der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) stellvertretend für seine Ressortkollegen aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen. Die Bundesregierung müsse endlich einen Koordinator einsetzen, der für die Energiewende Verantwortung übernehme, forderte er.

Die Bundesregierung plant, dass bis zum Jahr 2020 Windmühlen mit zusammen 10 000 Megawatt Leistung im Meer stehen sollen. Die Industrie hat allerdings viele Projekte auf Eis gelegt, weil es Probleme mit den Netzanschlüssen gibt. Sollte der Netzbetreiber Tennet seinen Verpflichtungen zum Netzausbau nicht nachkommen, müsse die Bundesregierung handeln, forderten die Minister und Senatoren.

(dpa)