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Neues Kapital für Commerzbank

Neues Kapital für Commerzbank

frankfurt/m. 2,18 Euro kosten die neuen Aktien der Commerzbank –zwölf Cent weniger als gedacht. Deshalb raten Analysten überwiegend, an der jetzt beginnenden Kapitalerhöhung teilzunehmen. Vor allem für Neueinsteiger sei das interessant. Risikolos wäre ein Kauf aber nicht. Müssten Staatsschulden umgeschuldet werden, dürfte die Commerzbank von Verlusten besonders betroffen sein.

Die Commerzbank hatte am Sonntag bekanntgeben, sie wolle durch die Kapitalerhöhung insgesamt 5,3 Milliarden Euro einnehmen. Darin enthalten ist ein Teil von stillen Einlagen, die der staatliche Stützungsfonds Soffin in Aktien wandelt. So werden noch 2,4 Millionen neue Aktien ausgegeben. Sie sollen vom 1. Januar 2011 an möglichen Dividenden beteiligt werden.

Die Papiere werden bis 6. Juni angeboten. Altaktionäre bekommen für je elf Commerzbank-Aktien das Recht, zehn Neue zu kaufen. Der Preis von 2,18 Euro liegt deutlich unter dem gestern kräftig gesunkenen Aktienkurs von rund 3,80 Euro.

Altaktionäre können ihren Durchschnittskurs womöglich verbilligen: Wer früher elf Commerzbank-Aktie zu 6,50 Euro kaufte und nun zehn Neue zu 2,18 Euro bezieht, hat dann 21 Papiere für durchschnittlich 4,44 Euro im Depot, kommt also früher als bisher in die Gewinnzone. Freilich gibt es auch Argumente, die gegen eine Teilnahme an der Kapitalerhöhung sprechen. Eines ist der Zweck der Kapitalerhöhung: Mit ihrem Erlös zahlt die Commerzbank die staatliche Hilfe weitgehend zurück, mehr nicht, kritisierte Dieter Hein von Fair-Research. Die Bank bekomme kein Geld für Investitionen herein: "Sie ist ein Restrukturierungsfall."

Das andere Risiko: die Staatsschuldenkrise. Direkt und über ihre Tochter Eurohypo wäre die Commerzbank davon stark betroffen. Die Deutsche Bank hat offen gelegt, wie viel griechische Papiere sie hält und wie viel davon im Handelsbuch, also aktuellen, um fast 50 Prozent gesunkenen Kursen. Von der Commerzbank wissen Analysten das nicht – und vermuten daher das Schlimmste: Dass die Papiere im Bankbuch zu Kursen von 100 Prozent liegen, also noch mit der Erwartung verknüpft sind, dass sie voll zurückgezahlt werden. Käme es so, müsste man statt über Tilgung womöglich über neue Staatshilfe reden. Das ist aber Spekulation.

(RP)