Neuer Passagier-Rekord: Busse und Bahnen an Kapazitätsgrenze

Neuer Passagier-Rekord : Busse und Bahnen kommen an ihre Kapazitätsgrenze

Laut dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen müsse mehr in die Grunderneuerung des Nahverkehrs-Systems investiert werden. Eine weiterer Anstieg der Fahrgastzahlen könne nicht funktionieren, wenn die Kapazitäten der Branche nicht ausgebaut werden.

Angesichts immer neuer Passagier-Rekorde in Bussen und Bahnen geraten die Nahverkehrs-Unternehmen an Kapazitätsgrenzen. 2019 fuhren mehr als 10,4 Milliarden Menschen mit dem öffentlichen Nahverkehr, wie der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) am Dienstag in Berlin mitteilte. Das Plus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr falle aber deutlich niedriger aus als in früheren Jahren. Dies sei für die Branche ein Signal, mehr und schneller in die Grunderneuerung des Systems zu investieren. Nur so könne mit Blick auf die Klimaziele weiteres Wachstum im Sektor sicher gestellt werden. Die Branche hat sich zum Ziel gesetzt, die Fahrgastzahlen bis 2030 um 30 Prozent zu steigern.

Der VDV sprach sich daher auch gegen die Einführung eines Tickets für einen Euro pro Tag aus, das in mehreren Städten getestet werden soll. Flächendeckend würde dies zu Ausfällen von vier Milliarden Euro oder einem Drittel der Einnahmen im Jahr führen. Diese fehlten dann für die Investitionen in neue Kapazitäten und führten nur zu überfüllten Bahnsteigen und Fahrzeugen. „In den Spitzenzeiten sind die Busse und Bahnen in den Ballungsräumen und Großstädten voll, viel mehr geht nicht“, sagte VDV-Präsident Ingo Wortmann. „Wenn wir dann rein über den Ticketpreis und ohne die nötigen zusätzlichen Kapazitäten die Menschen vom Umstieg überzeugen wollen, dann geht der Schuss nach hinten los.“

(c-st/Reuters)