Düsseldorf Neue Wirtschaftsweise gewählt

Düsseldorf · Das Gremium der Wirtschaftsweisen bleibt zu einem Fünftel weiblich. Nachdem die bislang einzige Frau dieses Sachverständigenrates, die zur UBS-Bank wechselnde Schweizerin Beatrice Weder di Mauro, ausscheidet, wird der Posten wieder mit einer weiblichen Expertin besetzt: Die Tübinger Professorin Claudia-Maria Buch zieht erst als zweite Frau in das seit 1963 bestehende Gremium ein. Das Bundeskabinett beschloss gestern, die 43-Jährige Bundespräsident Christian Wulff vorzuschlagen, ihre Berufung zur Wirtschaftsweisen gilt darum als Formsache.

Buch, die in Kiel habilitierte, ist derzeit Direktorin des Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung in Tübingen (IAW) und Professorin an der Universität Tübingen. Sie forscht über die Regulierung und Aufsicht von Banken. Zudem ist Buch Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirates des Bundeswirtschaftsministeriums.

Auch in Nordrhein-Westfalen ist Buch keine Unbekannte: An der Universität Bonn arbeitete sie von 1985 bis 1990 als wissenschaftliche Assistentin und erhielt dort 1991 ihr Diplom als Volkswirtin. Zudem ist Buch seit dem vergangenen Jahr bis 2015 unter anderem Mitglied der wissenschaftlichen Abteilung des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen.

Ihr Amt bei den Wirtschaftsweisen, die die Politik unabhängig beraten sollen, soll Buch am 1. März antreten, nachdem Weder di Mauro zum 29. Februar ausscheiden wird. Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sagte über "die neue Weise", die wie alle Mitglieder für fünf Jahre berufen wurde: "Mit ihr gewinnt der Sachverständigenrat erneut eine anerkannte Ökonomin und ausgewiesene Expertin für internationale Finanzmärkte."

Der Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, Wolfgang Franz, begrüßte die Entscheidung ebenfalls: "Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit", sagte Franz dem Düsseldorfer "Handelsblatt" und ergänzte: "Sie ist nicht nur eine hervorragende Wissenschaftlerin auf dem Gebiet der Finanzmarktanalyse und der internationalen Makroökonomik, sondern sie weist auch Erfahrungen in der wissenschaftlichen Politikberatung auf", sagte Franz. Gerade auf diesen Gebieten sei der Beratungsbedarf der Bundesregierung derzeit ausgesprochen groß.

(RP)
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