Notebooks im Test Große Auswahl, feine Unterschiede bei Notebooks

Düsseldorf · Die Suche nach einem Notebook kann unübersichtlich werden. Zahlreiche Modelle mit unterschiedlicher technischer Ausstattung stehen zur Auswahl. Die Stiftung Warentest verglich die Modelle, ab einem bestimmten Preis waren alle Geräte gut, es gab ein Schnäppchen.

 Notebooks werden in immer häufiger in deutschen Haushalten genutzt. Die große Auswahl an Geräten macht die Kaufentscheidung nicht einfach.

Notebooks werden in immer häufiger in deutschen Haushalten genutzt. Die große Auswahl an Geräten macht die Kaufentscheidung nicht einfach.

Foto: dpa-tmn/Lenovo

Notebooks sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Nach Angaben des statistischen Bundesamtes kamen 2016 auf 100 deutsche Haushalte rund 95 kompakte Computer. Anfang des Jahres 2021 waren es bereits rund 110 Notebooks, Laptops und Netbooks. Demnach besitzen rund 75 Prozent aller Haushalte in der Bundesrepublik mindestens eins dieser Geräte.

Die wachsende Beliebtheit ist wenig verwunderlich. Auf engstem Raum vereinen die Notebooks Technik, die früher gerade so unter den Schreibtisch passte. Sie sind transportables Arbeitsgerät und Entertainmentsystem in einem.

Wer sich ein neues Notebook kaufen möchte, steht jedoch vor einem Luxusproblem: Das Angebot ist riesig, die Modelle unterscheiden sich oft nur im Detail voneinander. Von der Rechenleistung über die Akkulaufzeit bis zur Displaytechnik gilt es verschiedenste Faktoren zu beachten.

Der Variantenreichtum kann Käufer bisweilen überfordern. Auch, weil technische Daten nicht zwingend aussagekräftig sind: „Leider ist es in den seltensten Fällen möglich, durch bloßes Betrachten zu erkennen, ob das Notebook eine hohe Qualität hat“, sagt Marina Köhn, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Green-IT beim Umweltbundesamt. „Auch der Preis ist kein guter Ratgeber, denn ein vergleichsweise teures Gerät muss nicht eine lange Lebensdauer haben.“

Stiftung Warentest hat jetzt zwölf Notebookmodelle zwischen 570 und 1000 Euro getestet. Die gute Nachricht für alle, die auf der Suche nach einem kompakten Computer sind: Neue Modelle ab einer Preisklasse von 700 Euro schneiden alle im Test mit gut ab. Drei günstigere Geräte bewerten die Tester mit „befriedigend“.

Trotz des knappen Testergebnisses werden jedoch einige Unterschiede zwischen den ausgewählten Geräten deutlich. Das gilt vor allem für die Akkuleistung. Der Testsieger Lenovo IdeaPad 5 (850 Euro) spielte mehr als 16 Stunden am Stück ohne Stromzufuhr Videos ab. Das 50 Euro teurere Notebook Akoya vom Hersteller Medion schaffte das nur knapp sechs Stunden. Unterschiede dieser Art seien häufig darauf zurückzuführen, „wie gut ein Hersteller Stromsparfunktionen ausnutzt. Das setzt in der Regel den Einsatz energieeffizienter Komponenten auch abseits der CPU voraus“, erklärt Florian Müssig, Redakteur beim Computertechnikmagazin c't. Die CPU ist die zentrale Rechen- und Steuereinheit eines Computer. Anders ausgedrückt: Der Prozessor.

Das IdeaPad von Lenovo überzeugt beim Test auch mit seiner Displayqualität. Texte seien aus jedem Blickwinkel gut erkennbar, zudem habe der Testsieger den hellsten Bildschirm. „Hilfreich für alle, die zum Beispiel auf dem Balkon an einer Videokonferenz teilnehmen“, betonen die Tester. Alle von ihnen geprüften Geräte haben eine Displaygröße von 15,6 Zoll, was einer Bildschirmdiagonale von 39,6 Zentimetern entspricht.

Ein kleines Manko hat das IdeaPad allerdings: Der immer häufiger verwendete USB-C-Anschluss ist belegt, sobald das Netzteil ans Gerät angeschlossen wird. Die Schnittstelle kann dann nicht mehr anderweitig genutzt werden.

Knapp hinter dem Testsieger teilen sich das Dell Inspiron 15 5515 und das Galaxy Book von Samsung Platz zwei bei Stiftung Warentest. Beide Geräte kosten rund 850 Euro. Sie schneiden bei der Bewertung des Displays nur minimal schlechter ab, als das IdeaPad. Bei der Akkulaufzeit liegt das Notebook von Lenovo jedoch klar vor den Zweitplatzierten. Für alle drei transportablen Computer gilt trotzdem: Surfen bei maximaler Helligkeit ist gut acht Stunden lang alleine mit Akku möglich. Einem Arbeitstag ohne Zugang zu einer Steckdose steht also nichts im Weg.

Dass ein niedrigerer Preis nicht unbedingt ein schlechteres Gesamtpaket bedeutet, zeigt das Dell Inspiron 15 3000. Mit 600 Euro ist es das günstigste Notebook im Test mit der Note „gut“. Der Nachteil: Es wiegt 1830 Gramm und ist damit das schwerste der zwölf Geräte. Für die Kaufentscheidung kann auch das ein wichtiger Faktor sein: „Wer viel unterwegs ist, für den haben kompakte Abmessungen und geringes Gewicht eine hohe Priorität“, sagt Florian Müssig.

Den letzten Platz beim Test belegt das Asus VivoBook 15. Es erreicht insgesamt die Note „befriedigend“, wird nur in der Kategorie Funktionen mit „gut“ bewertet. Hierbei prüfte Stiftung Warentest die Geräte unter anderem auf die Nutzbarkeit von Büroanwendungen sowie auf die Fähigkeit, 3D-Spiele mit geringen technischen Anforderungen darzustellen. Grundsätzlich seien alle zwölf Geräte in der Lage gewesen Aufgaben, wie etwa das Kopieren von Dateien, schnell durchzuführen. Grund dafür sind laut den Testern sowohl die modernen Prozessoren als auch die eingebauten SSD-Speicherchips, die schnelle Datentransfers ermöglichen.

Nur durchschnittlich wird dagegen die Webcam aller geprüften Gerät bewertet. Hier kommt kein Notebook über die Note „befriedigend“ hinaus. „Für Videotelefonate mit Arbeitskollegen oder mit der Oma reicht das aber“, stellt Stiftung Warentest fest.

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