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Neue Hoffnung bei Galeria Karstadt Kaufhof

Galeria Karstadt Kaufhof : Neue Hoffnung für Warenhäuser

Bei Galeria Karstadt Kaufhof ist Sachwalter Frank Kebekus vorsichtig optimistisch, dass am Ende weniger als 50 Niederlassungen geschlossen werden müssten. Das hängt aber auch von den Vermietern ab.

Beim angeschlagenen Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof wird weiter hart um die mögliche Rettung weiterer Häuser gerungen. Nachdem der Konzern jüngst bereits die Schließungspläne für sechs von 62 Filialen zurückgenommen hatte, gibt es nun auch noch Hoffnung für weitere Standorte. Angeblich könnten auch Niederlassungen in Berlin, München, Düsseldorf und Frankfurt vor dem Aus bewahrt werden, wie es aus dem Umfeld des Unternehmens heißt. Zudem haben die politisch Verantwortlichen in Bonn, Bielefeld und Essen die Hoffnung auf den Erhalt des jeweiligen Warenhauses noch nicht aufgegeben (unsere Redaktion berichtete).

Frank Kebekus, der gegenwärtig im Insolvenzverfahren als Sachwalter für Galeria Karstadt Kaufhof tätig ist, sagte dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“: „Wir reden noch mit einigen Vermietern, und ich hoffe, dass wir am Ende weniger als 50 Standorte schließen müssen.“ Dazu müssten die Vermieter zu weiteren Eigenständnissen bereit sein.

Einer dieser Standorte könnte der auf der Frankfurter Einkaufsmeile Zeil sein, dessen Erhalt nach Angaben der Gewerkschaft Verdi allein die Rettung von 400 Arbeitsplätzen bedeuten würde. Vermieter in der hessischen Metropole sind die IVG-Gruppe und das münsterländische Wohnungsunternehmen Albert Sahle. Die CBRE Global Investors, die in Düsseldorf bei zwei für die Schließung vorgesehenen Häusern der Vermieter ist, hatte jüngst ebenfalls Gesprächsbereitschaft signalisiert.

Während bei den Warenhäusern also neue Hoffnung keimt, stocken offensichtlich die Verhandlungen über einen Eintritt von Karstadt-Sports-Beschäftigten in eine Qualifizierungsgesellschaft. „Wir kämpfen weiter darum, dass die Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft, auf die wir uns im Tarifvertrag verständigt haben, so ausgestattet wird, dass sie ihre Aufgabe erfüllen kann“, sagte VerdiBundesfachgruppenleiter Orhan Akman am Freitag. Der Gesellschafter René Benko und der Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz müssten umgehend Geld in die Hand nehmen und die Beschäftigungsgesellschaft finanziell ausstatten, forderte Akman. Der Verdi-Verhandlungsführer nannte eine Summe von 7,4 Millionen Euro, die für eine solche Gesellschaft „im erforderlichen Umfang in einem Zeitraum von zwölf Monaten“ erforderlich sei.

Bei Karstadt Sports war zuletzt die Rede davon gewesen, dass zwei Drittel der 31 Niederlassungen schließen sollten. Laut Verdi wären davon mindestens 700 der 1200 Beschäftigten betroffen.