Ministerium: Zehn Prozent der Deutschen besitzen 60 Prozent des Vermögens

Ungleichheit : Zehn Prozent der Deutschen besitzen 60 Prozent des Vermögens

(mar) Die Steuereinnahmen des Staates sind im April um 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Das geht aus dem aktuellen Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums hervor. Der Bund verzeichnete demnach ein Plus von 4,3 Prozent, die Länder dagegen nur von 2,5 Prozent.

Die Gemeinden verbuchten Mehreinnahmen von 5,9 Prozent. Insgesamt entwickelten sich die Steuereinnahmen seit Jahresbeginn eher moderat im Vergleich zu früheren Jahren: Von Januar bis April legten sie um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Die Zeiten, in denen die monatlichen Zuwächse vier Prozent erreichten, sind wegen der nachlassenden Konjunktur jetzt vorbei.

In seinem Monatsbericht untersucht das Finanzministerium zudem die Entwicklung von Einkommens- und Vermögensverteilung. Die Einkommensungleichheit habe in Deutschland anders als in vielen anderen Ländern nach der Finanzkrise kaum nennenswert zugenommen, urteilt das Ministeriums. Es verweist allerdings auf die jüngste Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), dass in den letzten Jahren eine wieder leicht ansteigende Spreizung der Einkommen festgestellt hatte. Völlig anders sehe es bei der Vermögensverteilung aus, so das Ministerium. Laut Bundesbank gehörten den oberen zehn Prozent etwa 55 Prozent des gesamten Nettovermögens in Deutschland. „Diese Zahl dürfte jedoch den tatsächlich Anteil unterschätzen, da in Befragungen typischerweise sehr große Vermögen nicht erfasst werden“, schreibt das Ministerium. Auch Zahlen der Industrieländerorganisation OECD legten nahe, „dass das Vermögen in Deutschland stärker konzentriert ist als in vielen anderen Ländern“. Nach den OECD-Daten für 2017 hielten zehn Prozent der Deutschen etwa 60 Prozent des gesamten Nettohaushaltsvermögens. Der Durchschnitt in den OECD-Ländern betrage 52 Prozent.

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