Ministerin Katarina Barley warnt Amazon wegen Datenpanne bei „Alexa“

Skandal um US-Konzern: Barley warnt Amazon wegen Datenpanne bei „Alexa“

Eine Datenpanne bei Amazons „Alexa“ schreckt die Nutzer auf: Das Gerät hat intime Daten gespeichert, die in die Hände Unbefugter gelangt sind. Justizministerin Katarina Barley ist alarmiert.

Intime Sprachaufnahmen aus den Wohnräumen eines Nutzers von Amazons Assistent „Alexa“ sind durch eine Panne in falsche Hände gelangt. Der Vorfall wurde vom Fachmagazin "c't" aufgedeckt, dem die vertraulichen Audiodateien zugespielt wurden. Amazon sprach von einem „isolierten Einzelfall“ und verwies darauf, Maßnahmen ergriffen zu haben. Laut dem Bericht hatte ein Amazon-Kunde von der deutschen Niederlassung des Konzerns Auskunft über die von ihm gespeicherten Daten verlangt. Zwei Monate später habe er Zugang zu einem Archiv erhalten, in dem sich auch rund 1700 Audio-Dateien im WAV-Format befanden. Der Kunde habe allerdings selbst seinen Sprachassistenten nie genutzt.

„Im Raum stehen gravierende Defizite beim Schutz von personenbezogenen Daten und der Privatsphäre“, sagte Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) unserer Redaktion. „Trifft dies zu, muss Amazon sofort seine digitalen Produkte und internetgebundenen Dienste umfassend überprüfen und mit den zuständigen Datenschutzbehörden in der EU zu kooperieren“, forderte sie. Auch für Amazon gebe es keine Ausnahmen im Datenschutzrecht. Der Konzern müsse den hohen gesetzlichen Anforderungen an die Gewährleistung von Datenschutz und Datensicherheit nachkommen. „Das neue EU-Datenschutzrecht gibt den Behörden hier wirksame Mittel an die Hand. Im Falle eines festgestellten Verstoßes drohen Bußgelder in Höhe von zwei bis vier des weltweiten Jahresumsatzes. Das sollte Warnung genug sein“, sagte Barley. (mit dpa)

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