Brüssel: Milchbauern protestieren in Brüssel gegen niedrige Preise

Brüssel : Milchbauern protestieren in Brüssel gegen niedrige Preise

Europäische Milchbauern haben in Brüssel gegen die nach ihrer Ansicht zu niedrigen Milchpreise protestiert. Es kam zu kleineren Tumulten: Die Polizei setzte vereinzelt Tränengas und Gummiknüppel gegen die Demonstranten ein. Insgesamt 2500 Teilnehmer mit 1000 Traktoren zogen nach Angaben der Veranstalter des "European Milk Board" (EMB) hupend durch die belgische Hauptstadt.

Viele Landwirte können nach Angaben des Verbandes ihre Betriebskosten nicht mehr decken, weil die Molkereien zu wenig zahlen. Der durchschnittliche Literpreis in Europa liege bei derzeit 30 Cent, heißt es. Damit die Kosten gedeckt würden, seien jedoch 40 Cent nötig.

Der Deutsche Bauernverband ist verwundert über die Proteste, an denen auch rund 500 deutsche Landwirte teilnahmen. "Die Milchbauern haben in diesem Jahr kräftig investieren können. Das zeugt davon, dass sie ein gutes Geschäftsjahr hatten", sagte Michael Lohse, Sprecher des Verbandes. Die Preisquote, die es nur noch bei Milch und Zucker gebe, sei ein Auslaufmodell. Ab 2015 werde die Milchquote abgeschafft, und dann würden ohnehin Angebot und Nachfrage frei gelten, so Lohse. Er empfahl Betrieben, sich zusammenzutun, um besser mit Molkereien verhandeln zu können.

Hans Foldenauer, Sprecher des Verbandes Deutscher Milchviehhalter, widerspricht: "Von einem guten Jahr kann nicht die Rede sein. Die Kosten etwa für Futtermittel sind massiv gestiegen. Viele Höfe arbeiten nicht mehr kostendeckend."

(jd)
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