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Düsseldorf: Metro muss wohl weiter auf Dax-Rückkehr warten

Düsseldorf : Metro muss wohl weiter auf Dax-Rückkehr warten

Morgen überprüft die Deutsche Börse die Zusammensetzung der Aktienindizes.

Beinahe gebetsmühlenartig hat Metro-Chef Olaf Koch vor zwei Jahren nach dem Rauswurf des Handelskonzerns aus dem Deutschen Aktien-Index (Dax) verkündet, die Rückkehr in die sogenannte Börsen-Bundesliga habe nicht die oberste Priorität. Doch auch Koch kann natürlich nicht daran vorbeischauen, dass viele Investoren, allen voran Fondsmanager, ihr Portfolio eng an den Indizes ausrichten. Somit ist die Mitgliedschaft im Dax wichtiger, als Koch glauben machen will.

Morgen entscheidet die Deutsche Börse darüber, wer aus den Börsenindizes absteigt und wer an der Stelle der Absteiger den Sprung in die nächsthöhere Liga schafft.Die Regeln sind relativ einfach. Wer bei Börsenumsatz und Marktkapitalisierung (also dem Wert eines Unternehmens am Aktienmarkt) nicht zu den größten 40 in Deutschland gehört, hat seinen Anspruch auf einen Platz im Dax verwirkt. Das Ganze wird jeweils gemessen am Streubesitz. Die großen Investoren, die mindestens fünf Prozent der Anteile halten, werden bei der Berechnung also nicht mitgezählt. Umgekehrt müssen jene, die in den Dax reinwollen, bei beiden Kriterien zu den größten 35 Unternehmen in Deutschland gehören.

Wackelkandidaten waren zuletzt vor allem der Kölner Spezialchemiekonzern Lanxess und der Düngemittelhersteller K+S. Doch die beiden kleinsten Werte haben sich stabilisiert, so dass sich die Metro, zwischenzeitlich als Anwärter auf den Wiederaufstieg gehandelt, möglicherweise ein weiteres Mal vertrösten lassen muss. Schon im August des vergangenen Jahres galt sie als heißer Kandidat, aber auch damals wurde daraus nichts. Jetzt hat der Kurs binnen drei Monaten deutlich verloren, was die Hoffnungen auf eine schnelle Rückkehr gewaltig gedämpft hat.

Insofern wird sich auch Großaktionär Haniel noch ein wenig gedulden müssen. Wenn die Metro neue Investoren fände und der Aktienkurs des Unternehmens stiege, würde das Familienimperium aus Duisburg davon profitieren. Haniel stockte vor Jahren sein Kapital zu Kursen auf, von denen die Metro an der Börse derzeit meilenweit entfernt ist. Kaufpreis damals: mehr als 60 Euro. Kurs gestern Abend: 26,50 Euro. Das tut den Haniels nach dem Celesio-Verkauf zwar nicht mehr so weh wie zu dem Zeitpunkt, als sie noch einen Schuldenberg von mehreren Milliarden Euro mit sich herumschleppten. Aber ein bisschen mehr Werthaltigkeit dürfte es vermutlich schon sein.

(RP)