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Metro-Aktienkurs fällt um mehr als neun Prozent

Handelskonzern : Metro-Aktienkurs fällt um mehr als neun Prozent

Der Konzern zahlt nach dem Verlust im abgelaufenen Geschäftsjahr keine Dividende. Zudem sagt das Unternehmen „nur“ einen stabilen Vorsteuergewinn voraus. Das ist den Börsianer öffenbar zu wenig.

Der Handelskonzern Metro erwartet für das laufende Geschäftsjahr, das im September 2022 endet, eine spürbare Wachstumsbeschleunigung. Ein Umsatzplus zwischen drei und sieben Prozent sagt der Vorstand für 2021/22 voraus. Die genaue Prognose sei jeweilis abhängig von der weiteren Entwicklung der Pandemie und den möglicherweise damit verbundenen Maßnahmen. Feste stehe jedoch: „Mit dem Fokus auf Großhandel wird Metro in Zukunft wieder groß“, erklärte Metro-Chef Steffen Greubel bei der virtuellen Jahrespressekonferenz des Unternehmens.

Trotzdem stürzte in der Folge die im S-Dax notierte Aktie des Düsseldorfer Konzerns um mehr als neun Prozent ab. Was die Börsianer offenbar vergrätzt hat, ist die Tatsache, dass die Metro für das vergangene Geschäftsjahr keine Dividende zahlen will, nachdem unter dem Strich ein Verlust von 56 Millionen Euro gestanden hat. Das Minus ist zwar deutlich geringer ausgefallen als im Vorjahr, für das die Metro noch 70 Cent je Aktie gezahlt hatte. Aber damals seien auch noch Transaktionserlöse dagewesen, so Finanzvorstand Christian Baier.

Zudem kündigte Greubel an, dass das operative Ergebnis vermutlich auf dem Vorjahresniveau von knapp 1,2 Milliarden Euro (das zuletzt das oberen Ende der Erwartungen markierte) stagnieren werde. Begründung: Die Metro wolle massiv investieren – nicht nur in die Digitalisierung, sondern auch in das Belieferungsgeschäft und in den Vertrieb. Doch diese Aussicht hat am Donnerstag am Aktienmarkt offenbar nicht gereicht, um ausreichend positive Stimmung zu erzeugen. Mit Spannung warten Investoren nun auf den 26. Januar 2022 – den Tag, an dem Greubel seine Strategie für die Metro-Zukunft präsentieren will.

Was dem 48-jährigen Manager, der seit Mai dieses Jahres an der Spitze des Düsseldorfer Konzerns steht, aktuell deutlich Mut macht, ist die Tatsache, dass die Metro seit Juni wieder auf dem Niveau vor der Pandemie liegt. Die monatlichen Umsatz-Wachstumsraten gegenüber 2019 liegen seither zwischen sechs und elf Prozent, wobei der September der bislang stärkste Monat gewesen ist. Wachstumstreiber ist nach Angaben des Managements das Gastro-Geschäft, vor allem jenes mit Belieferung, das beim Konzernumsatz bereits jeden sechsten Euro ausmacht. Alle Segmente trügen zum Aufwind bei, heißt es, Westeuropa deutlich überproportional. 

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Greubel nannte die Konzernausrichtung attraktiv und verwies auf die wachsende Verzahnung von Geschäft in den Märkten selbst etwa über digitale Kanäle und über die Belieferung innerhalb des Multi-Channel-Modells hin. „Marktanteile gewinnen“, ist eine von Greubels Maximen. Gleichzeitig geht es weiterhin auch um Portfolio-Optimierung. Das heißt, das Metro-Standortnetz steht stets auf dem Prüfstand. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte die Metro das Geschäft in Japan und Myanmar aufgegeben, dafür gehören mittlerweile der portugiesische Lebensmittellieferant Aviludo und der spanische Großhändler Davigel zum Konzern.

Im gesamten Jahr 2020/21 hat das Unternehmen Umsatz verloren. Das liegt natürlich vor allem an den ersten sechs Monaten des zurückliegenden Geschäftsjahres, die noch stark von den Corona-Beschränkungen geprägt waren. Unter dem Strich steht ein Minus von 3,4 Prozent auf 24,8 Milliarden Euro, das der Konzern vor allem negativen Wechselkurseffekten beim Rubel und der türkischen Lira zuschreibt.

In Deutschland betrug der Rückgang sogar mehr als fünf Prozent, und anders als auf den übrigen Märkten ist das nationale Geschäft auch zwischen Juli und September noch nicht entschieden besser geworden. Für das dritte Quartal des Kalenderjahres weist die Metro in Deutschland einen Umsatzrückgang von drei Prozent aus, während die Bereiche West- und Osteuropa sowie Asien schon wieder zweistellige Wachstumsraten verzeichnen und Russland immerhin auch schon wieder auf sieben Prozent Zuwachs kommt.