Düsseldorf: Media-Markt startet neue Online-Plattform

Düsseldorf : Media-Markt startet neue Online-Plattform

Vermutlich wäre der Elektronik-Fachhändler Media Saturn viel früher mit einem eigenen Online-Shop am Start gewesen, hätte es nicht den Dauerstreit zwischen der Metro-Konzernführung und dem Media-Markt-Gründer Erich Kellerhals um dessen Vetorechte gegeben. So aber hat sich das Projekt lange verzögert. Gestern nun ist der Online-Shop von Media Markt an den Start gegangen – drei Monate nach der Schwestergesellschaft Saturn.

Und vor allem viel später als etliche andere in der Branche. Trotz des erheblichen Rückstands auf die Wettbewerber ist das Unternehmen aber zuversichtlich, mit dem Shop erfolgreich sein zu können. "Wir sind mit dem Start zufrieden", sagte gestern ein Media-Saturn-Sprecher auf Anfrage. Gleich zu Beginn seien 6000 Kunden auf der Plattform unterwegs gewesen.

Rund zweieinhalbtausend Artikel gehören zunächst zum Basis-Sortiment bei Media-Markt. Das Unternehmen setzt auf die so genannte Multi-Channel-Strategie, das heißt, den Verkauf über mehrere Kanäle – also anders als beispielsweise ein reiner Online-Händler wie Amazon. Der Kunde soll auch online kaufen und seine Ware dann im Markt abholen können. Das Vorbild Saturn verspricht dabei offenbar einiges: Bei der Media-Markt-Schwester wechselt die Hälfte aller über das Internet gekauften Produkte im Markt den Besitzer und davon wiederum die Hälfte noch am Tag der Bestellung – also ohne 24 oder 48 Stunden Wartezeit nach dem Kauf. Über die Homepage kann der Kunde die Verfügbarkeit der Ware in einer bestimmten Filiale prüfen.

Der Online-Handel ist als Geschäftssäule bei den Elektronik-Händlern kaum mehr wegzudenken. Angeblich schafft Saturn damit einen sechsstelligen Umsatz am Tag. Kein Wunder, dass die Media-Saturn-Spitze das Absegnen der Online-Plattform im Juli des vergangenen Jahres als "wichtigste Entscheidung in der Unternehmensgeschichte" feierte. Lange war darum gestritten worden. Kellerhals billigte zwar den Kauf des großen Online-Händlers Redcoon, blockierte aber die Übernahme zweier kleinerer Firmen, weil er glaubte, dass die Metro-Führung um Kellerhals' Intimfeind Eckhard Cordes online zu schnell zu viel wollte. Nun ist Cordes zwar weg, aber seine Strategie hat sich durchgesetzt. Bei Media-Saturn gilt die lange Zeit zögerliche Haltung auch als Grund dafür, dass die einstige Paradesparte der Metro in die roten Zahlen rutschte und Tausende Stellen in dem Unternehmen gestrichen werden mussten.

(RP)
Mehr von RP ONLINE