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Matthias Braun (AvD): "Verleihung von Auto-Preisen unnötig"

Matthias Braun : "Verleihung von Auto-Preisen unnötig"

Der Chef des ADAC-Konkurrenten AvD freut sich auf neue Mitglieder.

Können Sie von den Enthüllungen des ADAC profitieren?

Braun Wir haben ein gutes und faires Verhältnis zum ADAC. Daher wollen wir die aktuellen Vorkommnisse nicht kommentieren. Grundsätzlich wollen wir aus eigener Kraft wachsen und uns auf das konzentrieren, was für unsere Mitglieder Vorteile hat — die Verleihung eines Automobil-Preises gehört aus unserer Sicht nicht dazu. Wir konzentrieren uns lieber auf unsere Kernleistungen, auch auf den klassischen Motorsport und verstehen uns als charmante Alternative zum ADAC. Wir sind preislich attraktiver als der ADAC und treten etwas dezenter auf, etwa im Bereich der Lobbyarbeit.

Wenn Sie preislich attraktiver sind, warum hat der ADAC dann 18,5 Millionen Mitglieder und Kunden und der AvD nur 1,4 Millionen?

Braun Wir sind der älteste Automobil-Club Deutschlands und ursprünglich ein Club der Adligen und höheren Kreise. Bis zur Wende hatten wir daher nur 100 000 Mitglieder — und wollten auch gar nicht mehr. Seitdem sind die Mitgliederzahlen kontinuierlich gestiegen. Wir wollen jedoch nicht über ein kritisches Soll wachsen. Es ist schwer, mit einer zweistelligen Millionenzahl an Mitgliedern ein Club zu bleiben. Da fehlt unseres Erachtens das Persönliche.

Der ADAC will statt einer Pkw-Maut lieber die Mineralölsteuer erhöhen. Sind Sie gegen die Maut?

Braun Unsere Autofahrer verdienen eine Top-Infrastruktur. Wir zahlen gerne Maut im Ausland, umgekehrt spricht für uns daher nichts dagegen, dass ausländische Autofahrer auch bei uns eine Maut entrichten. Grundsätzlich sind wir jedoch dafür, dass einfach die Kfz-Steuer zweckgebunden eingesetzt wird — dann könnte sie sogar gesenkt werden. Eine Erhöhung der Mineralölsteuer befürworten wir jedoch keinesfalls.

FLORIAN RINKE FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Hier geht es zur Infostrecke: Reaktionen auf den ADAC-Skandal

(RP)