Lufthansa trennt sich von Personalchefin

Vorstandsumbau : Lufthansa trennt sich von Personalchefin

Die Fluggesellschaft baut ihren Vorstand um, in dem es neben dem Personalwechsel auch neue Zuständigkeiten gibt. Zudem rückt die Eurowings noch näher an die Mutter heran. Langstreckenflüge ab Düsseldorf verlieren an Bedeutung.

Erneutes Stühlerücken im Vorstand der Lufthansa: Personalvorstand Bettina Volkens (56) verlässt zur Jahreswende nach sechs Jahren das Führungsgremium. Nachfolger wird Michael Niggemann, bisher Finanzchef des Schweizer Lufthansa-Ablegers Swiss. Die promovierte Juristin Volkens geht wohl auch, weil ihr schlechtes Management im Streit mit der Kabinengewerkschaft Ufo vorgeworfen wird. Aufsichtsratschef Karl-Ludwig Kley stellte allerdings klar, Volkens habe sich um den Konzern verdient gemacht. Der „gesamte Aufsichtsrat“ empfinde „große Dankbarkeit für ihr Wirken in unserem Unternehmen.“

Neuer starker Mann hinter Vorstandschef Carsten Spohr wird Harry Hohmeister, 55, der neben der Zuständigkeit für die klassischen Netzwerk-Airlines Lufthansa, Swiss und Austrian Airlines auch noch für den aus Köln gemanagten Billigflieger Eurowings zuständig ist. „Damit steuert Hohmeister praktisch das gesamte Fluggeschäft des Konzerns“, sagt der Airline-Experte Gerald Wissel aus Hamburg. „Das ist schon eine sehr wichtige Position.“

Lufthansa führt Eurowings schon einige Zeit immer enger an den Mutterkonzern heran: Schon vor Monaten wurde entschieden, dass Lufthansa-Experten die Langstreckenflotte von Eurowings managen, weil es zu viele Verspätungen gab. Dann verlagerte Eurowings drei der ursprünglich sieben Langstreckenjets von Düsseldorf nach Frankfurt beziehungsweise München, weil dort der Zubringerverkehr über Lufthansa-Flugzeuge besser läuft als am Rhein über die deutlich kleinere Eurowings-Flotte. Und: Neuerdings wird die Langstrecke von Eurowings in Düsseldorf mit Flügen beispielsweise nach New York, Miami, Havanna und Punta Cana (Dominikanische Republik) auch über die Online-Seite von Lufthansa vermarktet. Buchungen über die Eurowings-Home-Page sind aber weiterhin möglich. Die stärkere Anbindung von Eurowings an Lufthansa bedeutet, dass der Konzern Langstreckenflüge immer mehr über seine großen Drehkreuze Frankfurt, München und Zürich abwickelt und in Düsseldorf Kapazitäten abzieht. „Es ist für Lufthansa gewinnbringender, ihre Ferienflug-Jets an den großen Drehkreuzen mit Umsteigern aufzufüllen als in Düsseldorf nur teilweise ausgelastete Flugzeuge starten zu lassen“ sagt Wissel.

Thorsten Dirks behält trotz Umorganisation einen Platz im Vorstand. Der Manager, der seit 2017 im Vorstand für Eurowings zuständig war, hat zwar viel Kritik für die vielen Flugausfälle im vergangenen Jahr kassiert, wird Vorstand für das neu geschaffene Ressort Computertechnik, Digitales und Innovation. E soll dafür sorgen, dass der Konzern Ticketverkauf und Service weiter digitalisiert.

Trotz des Ausscheidens von Volkens wird die Lufthansa weiter eine Frau im Vorstand haben: Die bisherige Chefin von Brussels Airlines, Christina Foerster, wird ein neu geschaffenes Ressort für Marketing sowie gesellschaftliche und Klima-Aspekte leiten.