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Paris/Düsseldorf: Lufthansa-Personal will ab heute in Frankreich streiken

Paris/Düsseldorf : Lufthansa-Personal will ab heute in Frankreich streiken

51 Flugverbindungen von und nach Paris sind vom dreitägigen Arbeitskampf betroffen. Flugausfälle sind wahrscheinlich.

Der Streit zwischen den französischen Gewerkschaften und der Lufthansa über eine Ausgliederung des Bodenpersonals und der Beschäftigten der Passagierabfertigung am Pariser Flughafen Charles de Gaulle eskaliert: Die Gewerkschaften haben ihre Mitglieder zu einem heute früh beginnenden dreitägigen Streik aufgerufen. Erst am Montag soll die Arbeit wieder aufgenommen werden. Nach Angaben der französischen Gewerkschaften haben sich 84 Prozent der Angestellten für den Ausstand ausgesprochen.

Lufthansa-Passagiere mit Flugziel Paris müssen sich auf Verspätungen und Flugausfälle gefasst machen. Täglich fliegt Deutschlands größte Airline 17 Mal von und nach Charles de Gaulle. Am Flughafen Düsseldorf gibt es täglich drei Verbindungen. "Passagiere sollten sich auf unserer Internetseite lufthansa.com darüber informieren, welche Auswirkungen der Streik auf ihren Flug hat", riet eine Konzern-Sprecherin. Wer bei der Buchung seine Handydaten angegeben habe, werde zudem per SMS über den Flugstatus informiert. Wer im betroffenen Zeitraum einen Flug gebucht hat, kann zudem kostenfrei umbuchen oder stornieren. Anspruch auf Entschädigungszahlungen haben die Fluggäste dagegen nicht. Ein Streik gilt nach allgemeiner Rechtsauffassung als höhere Gewalt.

Lufthansa-Chef Christoph Franz hatte im Februar 2012 das Sparprogramm "Score" aufgelegt, mit dem er den operativen Gewinn bis zum kommenden Jahr auf 2,3 Milliarden Euro steigern will. "Score" umfasst 3000 Einzelmaßnahmen, darunter auch die Kostenüberprüfung an den weltweit 200 Zielflughäfen. In Paris sollen Kosten in nicht näher beziffertem Umfang durch die Privatisierung der beiden betroffenen Bereiche erfolgen. Der neue Anbieter will aber nur 130 der insgesamt 199 Mitarbeiter übernehmen. Nach Angaben des Konzerns seien zeitnah weitere Gespräche mit den Gewerkschaften über einen Sozialplan geplant. Bereits Ende November hatten Lufthansa-Mitarbeiter in Frankreich gegen die Sparpläne des Konzerns protestiert. Wegen des dreitägigen Streiks strich die Fluglinie damals rund 100 Flüge. An Weihnachten fielen zudem vereinzelt Verbindungen aus, weil sich die Mitarbeiter massenhaft krank gemeldet hatten.

(RP)