Lufthansa blamiert sich mit Miles&More

Nach Panne bei „Miles&More“ : Lufthansa berechnet die Bonusmeilen neu

Lufthansa stellte das Bonussystem Miles&More um. Das ging schief. Eurowings setzt derweil bei der Langstrecke auf Brussels Airlines.

Die Lufthansa muss für Tausende Kunden deren Bonus-Meilen beim Vielfliegerprogramm Miles&More neu berechnen. Der Grund ist, dass für diese Reisenden bei der Berechnung der Meilen nur der Preis des Kerosin-Aufschlages bei Flügen berücksichtigt worden war. Der Gesamtpreis blieb unberücksichtigt. Als Ergebnis hatten Kunden viel weniger Bonus-Meilen erhalten, als ihnen zustanden.

Bis Ende des Monats werde der Fehler behoben sein, erklärte ein Sprecher von Miles&More am Montag. Zuerst hatte die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ über die Panne berichtet. Danach hätte ein Reisender auf der Route von Frankfurt nach München nur 48 Prämienmeilen verbucht bekommen. Bei dem gebuchten Business-Class-Ticket wären eigentlich 1120 Meilen fällig. Für einen Transatlantikflug wurden nur 1120 Meilen abgerechnet. Angemessen wäre das Vielfache.

Vorrangig betroffen von der Misere scheinen Fliegende mit Großkundenabos zu sein. Dabei verursachte eine Umstellung der Meilenberechnung den Fehler: Die Meilen sind seit März nicht mehr an die geflogene Strecke gebunden, sondern an den Preis. Als Ergebnis erhalten Frühbucher mit günstigen Tickets deutlich weniger Meilen als Spätbucher. Natürlich bleibt es dabei, dass die Meilenzahl zusätzlich davon abhängt, welche Buchungsklasse der Passagier nutzt. Der Status als Vielflieger hängt dagegen weiter von den geflogenen Meilen oder entsprechenden Pauschalen ab.

Doch nicht nur Lufthansa muss mit Serviceproblemen kämpfen. Der Ableger Eurowings musste hinnehmen, dass Trigema-Chef Wolfgang Grupp öffentlich ankündigte, nie mehr Eurowings zu fliegen. Der Grund: Er hatte einen Flug von Stuttgart nach Berlin gebucht, der um 13.15 starten sollte. So wollte er pünktlich einen Vortrag um 16 Uhr in der Hauptstadt beginnen. Doch zuerst wurde sein Flug storniert und Grupp auf eine Maschine um 14.25 Uhr umgebucht. Doch die hob erst um 15.20 Uhr ab — 400 Gäste mussten warten.

Damit es wenigstens auf Langstreckenflügen bei Eurowings besser läuft, zieht Vorstandschef Thorsten Dirks eine Konsequenz: Das Langstreckennetz von Eurowings wird ab 2019 vom belgischen Ableger Brussels Airlines abgewickelt. Das gab Dirks am Montag bekannt.

Eurowings bietet Billigflüge auch zu touristischen Zielen auf der Langstrecke insbesondere ab Düsseldorf an, hatte hier aber in der ersten Zeit auch mit herben Problemen zu kämpfen.

Inzwischen fliegt Brussels Airlines für Eurowings beispielsweise von Düsseldorf nach New York, Fort Meyers und Miami. Der erfolgreiche Start dieser Strecken zeige die Kompetenz der belgischen Airline bei der Langstrecke, so Dirks.