Apotheker sorgen sich Fiebersäfte für Kinder nicht mehr lieferbar - Engpässe auch bei Asthmamitteln

Düsseldorf · Eine für den Sommer ungewöhnliche Erkältungswelle und viele Corona-Infektionen führen zu Engpässen bei Erkältungsmitteln. Vor allem Kinder mit Schmerzen oder Fieber bleiben unversorgt. Auch Asthmamittel werden knapp. Welche Mittel sind betroffen und was kann man tun?

 Kleine Kinder fiebern schnell - im Moment aber gibt es für sie keinen Fiebersaft in der Apotheke.

Kleine Kinder fiebern schnell - im Moment aber gibt es für sie keinen Fiebersaft in der Apotheke.

Foto: dpa-tmn/Andrea Warnecke

Nicht nur Ratiopharm meldet Lieferprobleme

Mittel werden zur Behandlung von Erkältungs- und Coronasymptomen genutzt

Was von Engpässen Betroffene nun tun können

  • Erkundigen Sie sich in der Apotheke danach, wann das Arzneimittel voraussichtlich wieder lieferbar sein wird. Manchmal reicht der Bestand der eigenen Hausapotheke aus, um dieses Zeitfenster zu überbrücken.
  • Kümmern Sie sich frühzeitig um ein Rezept und lösen Sie dieses möglichst sofort ein und nicht erst, wenn das notwendige Arzneimittel am nächsten Tag zur Neige geht.
  • Fragen Sie beim Arzt oder in der Apotheke nach alternativen Produkten. Oftmals sind Präparate anderer Hersteller oder in anderer Darreichungsform noch erhältlich. Beim Fiebersaft für Kinder gibt es beispielsweise die Ausweichmöglichkeit auf Paracetamol- oder Ibuprofen-Zäpfchen. Die niedrigste Dosierung liegt bei 75 Milligramm. Paracetamol-Zäpfchen in dieser Dosierung sind für Kinder mit einem Gewicht von drei bis sechs Kilogramm geeignet. Laut Stiftung Warentest haben Zäpfchen jedoch den Nachteil, dass das Einführen Stuhlgang auslösen kann. Das Zäpfchen wird mit diesem auch wieder nach draußen befördert. Zudem trete der Arzneistoff in Zäpfchenform nicht vollständig ins Blut über.
  • Laut „Apotheke Adhoc“ wies Ratiopharm selbst auf eine Teillösung hin. In dieser geht es um das vor einem Jahr zugelassene Arzneimittel Paracetalgin, das für Kinder ab Körpergewicht von 17 Kilogramm (Kinder zwischen vier und acht Jahren) eine Lösung sein könnte. Für diese könne man selbst aus einer Einzeldosis des Mittels eine Suspension herstellen, indem man eine Tablette in Wasser zu Granulat zerfallen lasse.
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