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Stuttgart: Letzter Auftritt für Marion Helmes als Celesio-Chefin

Stuttgart : Letzter Auftritt für Marion Helmes als Celesio-Chefin

Nach der heutigen Hauptversammlung regieren beim Pharmahändler Vertreter des US-Großaktionärs McKesson.

In der Porsche-Arena endet heute eine Ära. Der Pharmagroßhändler Celesio hat seine Aktionäre zur Hauptversammlung eingeladen, und es ist der (zumindest vorerst) letzte Auftritt einer deutschen Führungskraft an der Spitze des Konzerns. Nach der Übernahme durch den amerikanischen Konkurrenten McKesson gibt die amtierende Vorstandssprecherin Marion Helmes ihr Amt an den McKesson-Mann Marc Owen ab. Auch der künftige Finanzchef Alain Cachon kommt vom neuen Großaktionär, der sich zu Jahresbeginn im zweiten Anlauf fast 76 Prozent der Celesio-Anteile gesichert hatte.

Für Marion Helmes, gebürtige Emmericherin, endet damit ein etwa einjähriges Intermezzo als Konzernchefin. Sie war Anfang Juli des vergangenen Jahres an die Spitze des Unternehmens gerückt, nachdem ihr Vorgänger Markus Pinger seinen Stuhl unter dem Druck des Duisburger Großaktionärs Haniel hatte räumen müssen. Da ihr Vertrag noch bis 2018 gelaufen wäre, kassiert die Frau, die Anfang 2012 als Finanzchefin zu Celesio gekommen war, laut "Manager Magazin" mehr als zehn Millionen Euro. Die Zahlen sind allerdings nie offiziell bestätigt worden.

Wohin Celesio, das in Deutschland bis zu seiner Umbenennung vor elf Jahren als Gehe bekannt war, unter amerikanischer Führung steuern soll, bleibt offen. Die deutsche Tochter mit fast 40 000 Beschäftigten und einem Umsatz von mehr als 21 Milliarden Euro war für die Amerikaner auch als Brückenkopf nach Europa und nach Südamerika gedacht. Aber das Celesio-Engagement in Brasilien, das jahrelang als schnellstwachsender Pharmamarkt der Welt galt, macht Probleme. Zuletzt musste Celesio dort rund 80 Millionen Euro abschreiben.

In der Hauptverwaltung grassieren zudem immer noch Ängste, das nach der Übernahme durch McKesson vor allem in zentralen Funktionen wie IT und Einkauf Überkapazitäten abgebaut werden könnten. Das hieße im Klartext: Stellenabbau. Die Unternehmen selbst stellten bisher freilich immer nur die Vorteile des Deals (Einsparungen durch gemeinsamen Einkauf, weltweiter Vertrieb, neue Dienstleistungen) in den Vordergrund. "Celesio wird durch die Übernahme international wettbewerbsfähiger", hatte Konzernchefin Helmes nach der Übernahme gesagt.

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Über die Zukunft der Managerin wird derzeit spekuliert. Bei ihrem bisherigen Arbeitgeber wird sie übergangsweise weiter als Beraterin tätig sein. Wie lange, hat der Konzern nicht mitgeteilt. Als Finanzexpertin seien ihre Chancen auf einen baldigen neuen Job aber gut, heißt es in Handelskreisen.

(RP)