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Wohnungswirtschaft: LEG will 7000 Wohnungen kaufen

Wohnungswirtschaft : LEG will 7000 Wohnungen kaufen

Der Düsseldorfer Wohnungskonzern hat sein Ergebnis im vergangenen Jahr deutlich gesteigert. Er will durch Zukäufe und Neubauten weiter wachsen. 2020 sollen die Mieteinnahmen noch einmal zulegen.

Der Wohnungskonzern LEG will in diesem Jahr 7000 Wohnungen kaufen. Wie der Vorstandsvorsitzende Lars von Lackum bei der Bilanzvorlage sagte, soll dabei schwerpunktmäßig in Nordrhein-Westfalen investiert werden. Zukaufen würde die Gruppe aber auch in Bremen, Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz und Hessen. Auf der anderen Seite soll es nach dem Verkauf von 3400 Wohnungen im vergangenen Jahr nur noch leichte Portfolio-Bereinigungen geben. Die Bruttorendite-Ansprüche von vier bis fünf Prozent seien nach den Verkäufen (unter anderem in Dorsten, Remscheid und Wuppertal) im gesamten Wohnungsbestand erfüllt, erklärte der Manager. Die LEG verfügt aktuell über rund 134.000 Wohnungen.

Die steigenden Mieten haben dem Unternehmen im vergangenen Jahr zu entsprechendem Wachstum verholfen. Die Miete auf vergleichbarer Fläche stieg um 2,9 Prozent auf durchschnittlich 5,82 Euro pro Quadratmeter. Das teilt sich auf in ein Plus von 3,6 Prozent bei frei finanzierten Wohnungen und eines von rund 0,4 Prozent bei Wohnungen mit Preisbindung, die etwa ein Viertel des gesamten LEG-Bestandes ausmachen. Gleichzeitig liege die LEG mit ihrem Mietniveau deutlich unter der durchschnittlichen Angebotsmiete in Nordrhein-Westfalen (6,92 Euro). In Instandhaltung und Modernisierung seien mehr als 295 Millionen Euro geflossen, gut ein Sechstel mehr als im Vorjahr, so von Lackum.

Für das kommende Jahr rechnet die LEG mit einem Mietenplus von 2,8 Prozent. Das liegt zwar unter den ursprünglich anvisierten 3,2 bis 3,4 Prozent. Aber im Spannungsfeld zwischen Befriedigung der Aktionäre, Berücksichtigung von Mieterinteressen und einer nachhaltig erfolgreichen Unternehmensstrategie sieht sich das Unternehmen mit dem neuen Ziel langfristig besser aufgestellt – übrigens mit Billigung durch große Aktionäre wie den amerikanischen Finanzinvestor Blackrock, wie von Lackum betonte.

An den Gewinnerwartungen machte der Vorstandsvorsitzende dagegen keinen Abstrich. Das operative Ergebnis soll zwischen 370 Millionen und 380 Millionen liegen. Das wäre ein Plus von 8,5 Prozent gegenüber dem vergangenen Jahr, das eine Steigerung von sieben Prozent gebracht hat. In ähnlichem Ausmaß wie das Ergebnis soll 2020 die Dividende steigen – von 3,60 Euro, die der Vorstand der Hauptversammlung im Mai vorschlagen will, auf 3,85 bis 3,90 Euro. Etwa 70 Prozent des operativen Gewinns sollten ausgeschüttet werden.

Neubau ist zwar weiterhin nicht gerade das Kerngeschäft der LEG. Aber das Unternehmen will in den kommenden Jahren etwa 250 Wohneinheiten pro Jahr selbst bauen. Dazu kommen 250, die jeweils über Projektentwicklungen gekauft werden sollen. In Hilden werden in diesem Jahr 38 Wohnungen fertiggestellt, 700 weitere sollen in den kommenden Jahren an Standorten in Köln und Essen folgen. 1000 Wohneinheiten können nach von Lackums Angaben durch „Verdichtung auf eigenen Grundstücken entstehen“.

 An der Börse konnten am schwarzen Montag auch gute LEG-Zahlen nichts ausrichten. Der Aktienkurs des im M-Dax notierten Unternehmens fiel zwischenzeitlich um mehr als zwei Prozent. Im Sinne der Anteilseigner ist dagegen, dass das Portfolio der LEG mittlerweile mit 923 Millionen Euro bewertet wird, das ist ein Plus von 8,3 Prozent. „Und das ist noch nicht das Ende“, glaubt von Lackum.