Düsseldorf: Lanxess zieht nun wirklich nach Köln

Düsseldorf : Lanxess zieht nun wirklich nach Köln

Der Leverkusener Chemiekonzern Lanxess hat 2010 das beste Ergebnis seit der Abspaltung von Bayer und dem Börsengang Anfang 2005 erwirtschaftet. Der Umsatz stieg um 41 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro – bereinigt um Portfolio- und Wechselkurseffekte um 36 Prozent. Der operative Gewinn vor Sondereinflüssen (Ebitda) lag mit 918 Millionen Euro sogar fast doppelt so hoch wie 2009. "Lanxess ist auf einem hervorragenden Kurs", sagte Vorstandschef Axel Heitmann gestern bei der Vorlage der Bilanz in Düsseldorf. Wegen der starken Nachfrage aus der Auto- und Reifenbranche peilen die Leverkusener 2011 weitere Umsatz- und Gewinnzuwächse an. Größtes Risiko: Die Katastrophe in Japan, dem zweitgrößten Absatzmarkt von Lanxess in der Region Asien/Pazifik, wo Lanxess den Umsatz im vergangenen Jahr noch mit 231 Millionen Euro um fast 50 Prozent gesteigert hat. "Es ist noch zu früh für Prognosen, wie sie unsere Geschäfte im laufenden Jahr in Japan angesichts der jüngsten Ereignisse entwickeln werden", sagte Heitmann. Die dortigen Lanxess-Mitarbeiter hätten das Erdbeben und den Tsunami "Gott sei Dank unversehrt überstanden".

Die Aktionäre sollen von den guten Geschäften profitieren: Das Management will die Dividende von 50 auf 70 Cent erhöhen. Heitmann erwartet, dass sowohl Weltwirtschaft als auch Chemiebranche im laufenden Jahr weiter wachsen – wenn auch weniger stark als 2010. Für 2015 peilt Lanxess weiterhin einen bereinigten operativen Gewinn von 1,4 Milliarden Euro an. Das will Lanxess zwar vor allem aus eigener Kraft schaffen, gleichwohl schaut sich das Unternehmen nach Zukäufen um. Das Interesse gilt vor allem kleineren und mittleren Unternehmen. Außerdem soll die Konzernzentrale nun wirklich von Leverkusen nach Köln verlegt werden.

(RP)
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