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Köln: Lanxess: Eklat um früheren Vorstandschef Axel Heitmann

Köln : Lanxess: Eklat um früheren Vorstandschef Axel Heitmann

Zwischen dem Chemiekonzern Lanxess und seinem Ex-Chef Axel Heitmann eskaliert ein Streit um die Umbaukosten für Heitmanns Privatvilla in Hamburg.

Heitmann, dessen Ausscheiden Lanxess Anfang des Jahres überraschend ankündigte, bezog das denkmalgeschützte Gebäude mit seiner Familie 2010. Nach einem Bericht der "Wirtschaftswoche" ließ er das Haus für einen hohen sechsstelligen Euro-Betrag mit Sicherheitstechnik nachrüsten — und stellte dem Konzern anschließend als "dienstliche Fürsorgeaufwendung" über 400.000 Euro für Spezialtüren und - fenster in Rechnung. Wegen der besonderen "Funktionsgefährdung" von Heitmann als Spitzenmanager war zuvor auch das Haus der Familie in Mülheim an der Ruhr auf Kosten des Konzerns gesichert worden. Nach einem internen Streit verzichtete Heitmann im Februar zunächst auf die Erstattung — und offenbar auch auf seine Abfindung in Höhe von 6,5 Millionen Euro. "Herr Heitmann lässt nun überprüfen, ob dieser Verzicht auf unlauteren Druck von Lanxess zustande kam und behält sich juristische Schritte gegen Lanxess vor", ließ er unserer Zeitung gestern über einen Sprecher mitteilen. Lanxess dazu: "Einer möglichen Klage sehen wir gelassen entgegen."

Nach Informationen aus Heitmanns Umfeld schickte Lanxess dem scheidenden Chef am 13. Februar einen Fragenkatalog zu dem Umbau. Am 20. Februar soll der Konzern ihn — wenige Stunden vor einer Präsidiumssitzung des Aufsichtsrates — vor die Wahl gestellt haben: Entweder er verzichte auf Abfindung und Kostenerstattung, oder ihm werde wegen "Unregelmäßigkeiten" fristlos gekündigt. Um sein Ansehen zu retten, habe Heitmann verzichtet. Lanxess stellte das gestern so dar: "Die für Herrn Heitmann verauslagten Kosten überschritten nach Ansicht des Aufsichtsrats den üblichen Umfang. Deshalb wurde mit Herrn Heitmann vereinbart, dass die Auslagen an das Unternehmen erstattet werden." Heitmann habe "ein Fehlverhalten im Zusammenhang mit der Ausstattung seines Hauses schriftlich eingeräumt". Heitmann lässt das auf Nachfrage unkommentiert.

Gestern bestätigte Lanxess die im Februar als "vorläufig" gemeldeten Zahlen für 2013. Unter dem Strich steht ein Minus von 159 Millionen Euro.

(RP)