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Paris: LafargeHolcim: Gericht ermittelt wegen Syrien-Krieg

Paris : LafargeHolcim: Gericht ermittelt wegen Syrien-Krieg

Die Affäre um Schutzgeldzahlungen im syrischen Bürgerkrieg hat für den Schweizer Zementriesen LafargeHolcim ein juristisches Nachspiel. Frankreich hat im Zusammenhang mit den Geschäften des Weltmarktführers in Syrien eine Rechtsuntersuchung eröffnet, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Ein mit Anti-Terror-Themen betrauter und zwei auf Finanzfragen spezialisierte Richter arbeiteten an dem Fall, erklärte ein Insider weiter. Im Mittelpunkt stehe der Vorwurf der "Finanzierung von terroristischen Vorhaben" und die Gefährdung von Leben.

LafargeHolcim erklärte, der Konzern sei von der Staatsanwaltschaft nicht kontaktiert worden. Das Unternehmen werde aber mit den Behörden zusammenarbeiten, falls es angefragt werde. Gegenwärtig untersuchen die Behörden lediglich die Vorwürfe. Gegen das Unternehmen oder einzelne Personen läuft kein Verfahren. Dies kann sich im Verlauf der Untersuchung allerdings ändern.

Im April kündigte Konzernchef Eric Olsen für Juli seinen Rücktritt an. Zuvor hatte eine interne Untersuchung ergeben, dass die Maßnahmen zur Weiterführung des Betriebs in einem nordsyrischen Werk 2013 und 2014 nicht akzeptabel gewesen seien. Menschenrechtsorganisationen hatten dem Unternehmen vorgeworfen, die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) bezahlt zu haben, um weiterarbeiten zu können, obwohl dieses lediglich ein Prozent zum weltweiten Umsatz der Schweizer beigetragen hat. Inzwischen ist das Werk geschlossen. Schon vor Monaten ist bei der französischen Justiz deswegen eine Anzeige eingegangen, weil der Betrieb gegen ein europäisches Embargo verstoßen haben soll.

LafargeHolcim ist der weltgrößte Hersteller von Baustoffen und hat die Schutzgeldzahlen bedauert. "Aus heutiger Sicht kann festgestellt werden, dass die für den weiteren Betrieb des Werks erforderlichen Maßnahmen nicht akzeptierbar waren", hieß es. Es seien Maßnahmen zur besseren Beachtung ethischer Standards getroffen worden.

(dpa/rtr)