Leverkusen: Kunststoff-Geschäft belastet Bayer im zweiten Quartal

Leverkusen : Kunststoff-Geschäft belastet Bayer im zweiten Quartal

Heute vor 150 Jahren wurde Bayer gegründet. Doch die Zahlen, die der Konzern gestern zum zweiten Quartal vorlegte, bieten zumindest in der Kunststoff-Sparte (BMS) wenig Anlass zum Feiern. Hier brach der Gewinn (vor Zinsen, Abschreibungen und Sondereinflüssen) um 28,5 Prozent auf 274 Millionen Euro ein. Ursache ist das schwache Auto-Geschäft in Europa, BMS liefert Vorprodukte (Schäume) für die Autoindustrie. Damit erscheine die Gewinnprognose für das Gesamtjahr "zunehmend ambitioniert", so Bayer. Es bleibe abzuwarten, inwieweit die unerwartet schwache Entwicklung bei BMS durch die in der Gesundheitssparte kompensiert werden könne, erklärte Bayer-Chef Marijn Dekkers. Die Bayer-Aktie gab um zwei Prozent nach.

Die Kunststoff-Sparte, die unter anderem Werke in Krefeld und Dormagen hat, ist seit längerem das Sorgenkind von Bayer. Immer wieder fordern Analysten, der Konzern möge sie verkaufen, um im Pharmageschäft noch stärker zu werden. Das boomte auch im vergangenen Quartal. In der Sparte HealthCare legte der Gewinn um 6,4 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro zu. Vor allem neue Arzneien belebten das Geschäft. Mit dem Schlaganfallmittel Xarelto setzte Bayer 219 Millionen Euro um, mehr als dreimal so viel wie vor einem Jahr. Auch mit dem Augenmittel Eylea und dem Krebsmitteln Stivarga ist man zufrieden.

Die Pflanzenschutz-Sparte (CropScience) schaffte sogar ein Gewinn-Plus von 13,7 Prozent. Insgesamt legte der Gewinn um 1,2 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro zu. Der Umsatz wuchs um 1,9 Prozent auf 10,4 Milliarden Euro.

(RP)
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