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Krankenversicherungen senken Prämien

Düsseldorf : Krankenversicherer senken Prämien

Zumindest bei den Großen wird es teilweise billiger für die Kunden.

Einige private Krankenversicherer senken im nächsten Jahr für einen Teil ihrer Kunden die Beiträge. Im Durchschnitt gebe es eine leichte Absenkung, teilte beispielsweise die Allianz mit. Die meisten Tarife blieben konstant. Erhöhungen werde es nur für wenige Tarife geben. Bei Marktführer Debeka können sich immerhin 600 000 der rund 2,2 Millionen Vollversicherten auf eine Beitragssenkung freuen. Insgesamt steigen die Tarife für Debeka-Kunden um 0,3 Prozent.

Hintergrund der moderaten Anpassung sind vor allem geringere Leistungsausgaben. "Wir beobachten, dass vor allem im ambulanten Bereich die Preise für Privatpatienten kaum noch steigen", sagt Reiner Will, Geschäftsführer der Rating-Agentur Assekuranz.

Allerdings klafft der Markt auseinander. Mindestens 18 der rund 50 privaten Krankenversicherer können für ihre Kapitalanlagen nicht mehr den Höchstrechnungszins von 3,5 Prozent erreichen, wie aus der Finanzauzfsicht Bafin verlautet. "Eine Zinsabsenkung zwingt die betroffenen Unternehmen, ihre Beiträge anzuheben", erläutert Experte Will. Die Rückstellungen, die für das Alter gebildet werden, müssen dann mit einem geringeren Satz verzinst werden. Daher brauchen die Versicherer mehr Geld vom Kunden, um die gleiche Rücklage zu bilden.

So wird die Axa Krankenversicherung zum Jahreswechsel den Rechnungszins für Altkunden "moderat absenken", wie der Versicherer mitteilte. Unter dem Strich müssen die 780 000 Vollversicherten mit einer durchschnittlichen Erhöhung um knapp drei Prozent rechnen. Bei der zur Ergo-Gruppe gehörenden DKV müssen Kunden zum 1. April 2014 mit Beitragsanpassungen rechnen. "Es wird keine Absenkungen geben", so eine Sprecherin. Unklar ist, ob die DKV den Zins senken muss.

Altkunden, die wegen der Absenkung des Rechnungszinses mehr zahlen müssen, können der Erhöhung möglicherweise durch einen Tarifwechsel beim selben Anbieter ausweichen. "Jüngere Frauen und ältere Männer sollten prüfen, ob sich ein Umstieg in die neuen Unisextarife lohnt", rät der Versicherungsexperte Peter Schramm aus Diethardt.

(RP)