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Kraftwerke: Was die Eon-Abspaltung Anlegern bringt

Eon-Umbau : Was die Abspaltung Anlegern bringt

Mit dem Abstoßen wichtiger Unternehmensteile haben Eon und sein Aufsichtsratschef Werner Wenning bereits riesige Erfahrungen - und die Erfahrung zeigt, dass die Aktionäre häufig davon profitieren. Auch sogenannte "Spin-Offs" anderer Unternehmen bestätigen den Trend - obwohl es auch Rückschläge gab. Neben Eon haben auch andere Unternehmen Geschäftsbereiche abgestoßen. Wir erklären wie sie das taten und was das für die Anleger bedeutete.

Lanxess Noch als Bayer-Chef ließ Wenning 2004 die angeschlagene Chemiesparte ausgliedern, die 2005 unter dem Namen Lanxess an die Börse ging. Jeder Aktionär von Bayer erhielt für zehn Aktien eine Lanxess-Aktie - die Wertentwicklung war gut: Anfang 2005 ging das Papier mit mit einer Erstnotiz von 15,75 Euro an die Börse - 2012 stand der Kurs bei zeitweise etwas über 67 Euro.

Nach dem Hoch von 2012 ging es aber wieder um 50 Prozent nach unten, während Bayer sich seitdem kontinuierlich nach oben an der Börse entwickelt hat. Die Anleger haben am Ende unterschiedlich stark profitiert: Bayer-Aktionäre haben seit 2005 einen Wertzuwachs von 250 Prozent gehabt, die von Lanxess von 150 Prozent.

Infineon Mitten im Aktienhype des Jahres 2000 brachte Siemens seine Halbleitersparte an die Börse. Der Ausgabepreis für ein Papier lag bei 33 Euro, der Kurs sprang auf mehr als 80 Euro, sackte 2009 auf unter einen Euro ab - und jetzt liegt der Kurs bei acht Euro.

T-Online Die Telekom brachte im Jahr 2000 ihren Internetdienst für 27 Euro pro Papier an die Börse. 2005 leitete die Telekom den Rückkauf ein und bot pro Papier von T-Online nur 8,99 Euro - die Anleger verloren also massiv.

Eon alt und Eon neu Die beiden künftigen Eon-Konzerne werden sich gegenüber dem Kapitalmarkt unterschiedlich darstellen: Die ausgegründete neue Eon wird als Betreiberin von Kraftwerken aller Art vorrangig Anleger und Fonds ansprechen, die eine stabile Dividende ohne Wachstumsfantasie erwarten. "Eon bietet dieses und nächstes Jahr eine Dividende von 50 Cent. Das bringt beim jetzigen Kurs von knapp 15 Euro eine Rendite von fast 3,5 Prozent", sagt Thomas Deser, Fondsmanager bei Union Invest. "Wenn die ausgegründete Firma eine höhere Dividendenrendite anbietet, wäre das eine Option für Anleger." Risiko wäre allerdings, dass die Dividende auch sinken könnte - etwa wenn der Abriss der Atommeiler teurer wird als die dafür angesparten Rückstellungen oder wenn die Großhandelspreise für Strom noch weiter sinken.

Anders wird die verbleibende Eon mit den Netzen und den großen Windparks ihre Anleger behandeln. "Es wird eher eine niedrige Dividende geben, weil umso mehr in Wachstum investiert wird", prognostiziert Marktexperte Deser. Schon gestern kündigte der Eon-Vorstand an, die Investitionen in erneuerbare Energien, Energienetze sowie Kundenlösungen in 2015 von 4,3 Milliarden Euro auf 4,8 Milliarden Euro zu erhöhen - dies sind alles Bereiche, die im künftig grün angehauchten Eon-Konzern bleiben.

Der Vorstand betonte auch, dass Ökostrom zunehmend preislich mit konventionell erzeugtem Strom mithält - gerade außerhalb Deutschlands kann das gute Geschäfte bringen. Außerdem könnte Eon nach der Abspaltung der Kohle- und Atomkraftwerke von einem Sondereffekt profitieren, sagt Experte Deser: "Es gibt viele finanzstarke Fonds, die bewusst in ökologisch vorbildliche Unternehmen investieren. Von deren Aktienkäufen könnte dann der Kurs profitieren."

Hier geht es zur Infostrecke: Das ist der Eon-Konzern

(RP)