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Ministerpräsidentin besichtigt Bohrungen: Kraft sieht Fracking in NRW skeptisch

Ministerpräsidentin besichtigt Bohrungen : Kraft sieht Fracking in NRW skeptisch

NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat am Mittwoch Fracking-Bohrungen im kanadischen Dawson Creek besichtigt. Nach ihrem Besuch zeigte sich die SPD-Politikerin skeptisch, ob die umstrittenen Gas-Bohrungen für Nordrhein-Westfalen geeignet seien.

"Ich kann mir das im Moment schwer vorstellen, weil die Eingriffe in die Natur doch erheblich sind", sagte Kraft am Mittwoch (Ortszeit) im kanadischen Calgary.

Beim Fracking wird mit Chemikalien versetztes Wasser kilometertief in Bohrungen gepresst, um das Gestein auseinanderzudrücken und Gas freizusetzen. Die Methode ist hochumstritten, in Nordamerika aber weit verbreitet. Kritiker fürchten unter anderem eine Veruneinigung des Trinkwassers. In Nordrhein-Westfalen gilt ein Moratorium: Fracking soll nicht genehmigt werden, solange dem Wasser noch Chemikalien zugesetzt werden.

Kraft sagte nach dem Besuch, dass sie nun die Dimension des Frackings besser einschätzen könne. "Ich kann jetzt vor allem die richtigen Fragen stellen. Zum Beispiel zu den geologischen Hintergründen oder ob Pipelines benötigt werden. Aber ganz klar ist, dass wir in NRW Fracking anders bewerten müssen als im dünn besiedelten Kanada. Und deshalb sehe ich das alles momentan sehr kritisch." Kanada hat doppelt so viele Einwohner wie Nordrhein-Westfalen, ist aber fast 300 Mal so groß.

Kraft räumte zugleich ein, dass sie sich noch keine abschließende Meinung gebildet habe. Zuerst müssten Experten gehört werden. "Wir sind noch nicht an der Stelle, an der wir entscheiden können."

(lnw/jco/felt)