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Kostenfallen von Smartphones: Handyverträge, In-App-Käufe und Reparaturen

Tipps für Handynutzer : So umgehen Sie die Kostenfallen Ihres Smartphones

Verträge, In-App-Käufe, ungeplante Abos – es gibt einige Gründe, warum die Nutzung des Handys unerwartet teuer werden kann. Wir geben Tipps, wie Sie solche Kostenfallen umgehen können.

Ein kurzer Wisch mit dem Finger – mehr braucht es nicht, um das Tor zur digitalen Welt zu öffnen. Millionen Webseiten und Apps stehen dank des Smartphones jederzeit zur Verfügung. Ein Luxus, der allerdings finanzielle Risiken birgt. Der direkte Draht ins Internet wird etwa durch Mobilverträge gespannt, die nicht immer transparent sind. Im unübersichtlichen Kosmos der Apps und Werbebanner kann es zudem schnell zu ungeplanten Käufen kommen. Vor diesem Hintergrund ist es wenig überraschend, dass ein Drittel aller Beschwerden, die bei der Verbraucherzentrale eingereicht werden, sich inzwischen auf digitale Dienstleistungen beziehen. Deswegen ist es umso wichtiger, einige Faustregeln zu beachten, um unerwünschte Zusatzkosten bei der Nutzung des Smartphones zu vermeiden.

Teures Spielvergnügen Auf dem Handy locken Spiele gerne damit, dass sie kostenlos heruntergeladen und genutzt werden können. Es geht darum, die Einstiegshürde möglichst gering zu halten. Bezahlt werden muss dann häufig für Zusatzinhalte innerhalb des Spiels. Sie verschaffen dem Spieler nicht selten einen Vorteil. Solche sogenannten In-App-Käufe sind deswegen für Spieler attraktiv, können aber schnell teuer werden. Wer verhindern möchte, dass er selbst oder sein Kind Geld für die digitalen Inhalte ausgibt, kann unter den Einstellungen des Google Play Stores eine Authentifizierung vor jedem Kauf einrichten. Beim iPhone findet sich eine Sperrfunktion in den Einstellungen des Telefons. Hat der eigene Nachwuchs bereits solche In-App-Käufe getätigt, gilt: „Grundsätzlich ist der Vertrag eines Minderjährigen bis zur Einwilligung des gesetzlichen Vertreters schwebend unwirksam“, sagt Felix Flosbach von der Verbraucherzentrale. „Erfolgt keine Einwilligung, kommt der Vertrag nicht zustande. Die Eltern haben dann in den meisten Fällen einen Anspruch auf die Rückerstattung der Beträge.“

Vorsicht vor Abofallen Werbebanner tauchen immer wieder auf Internetseiten und in Apps auf. Schnell hat man sie ungewollt angeklickt und schließt im schlechtesten Fall ein mit Kosten verbundenes Abo ab. Eigentlich ist ein solcher Vertrag erst wirksam, wenn ihn der Nutzer mit der Betätigung eines Knopfes mit eindeutiger Formulierung darauf (zum Beispiel „Kaufen“, oder „Zahlungspflichtig bestellen“) bestätigt. Darauf weist die Verbraucherzentrale hin. Unseriöse Anbieter verbergen diesen Knopf jedoch gerne hinter anderen Anzeigeelementen, wodurch der Kauf unbewusst abgeschlossen wird. Damit es im Anschluss nicht zu überraschenden Abbuchungen kommt, rät die Zentrale, sich vom Mobilfunkunternehmen eine sogenannte Drittanbietersperre einrichten zu lassen. Sie verhindert, dass über die Handyrechnung Kosten von Dritten abgerechnet werden können. Zahlungsdaten, die etwa in App-Stores angegeben wurden, sind von der Sperrung grundsätzlich nicht betroffen.

Der richtige Vertrag ist entscheidend Es gibt eine große Auswahl an Mobilfunkverträgen. Oft variiert etwa die Größe des Datenvolumens, die Vertragslaufzeit und natürlich der Preis. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich vor Vertragsabschluss zu überlegen, was man wirklich braucht. Wer nur wenig unterwegs im Internet surft oder Apps verwendet, benötigt zum Beispiel nicht 12 GB Datenvolumen im Monat. Fans von ausschweifenden Telefonaten sollten wiederum eine Telefonflat buchen. Neben den Basisleistungen beinhalten einige Verträge zusätzliche Angebote. Hier lohnt es sich, genau hinzuschauen, um Überraschungen zu vermeiden: „Probeabos, die gekündigt werden müssen, zum Beispiel für Sicherheitspakete, sollten notiert und gleich nach Vertragsbeginn gekündigt werden, sofern die Leistung nicht gewollt ist“, rät Flosbach.

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Die hohe Handyrechnung hinterfragen „Verbraucher haben die Möglichkeit eine Rechnung innerhalb von acht Wochen zu beanstanden und eine technische Prüfung vornehmen zu lassen“, sagt Flosbach. „Diese richtet sich gegen den Rechnungssteller, also den Telekommunikationsanbieter.“ Sollte es im Extremfall zu einem Rechtsstreit mit dem Anbieter kommen, sei der Ausgang jedoch ungewiss, darauf weist die Verbraucherzentraler auf ihrer Webseite hin.

Nicht alle Handys rechnen sich Bei manchen Verträgen wird ein neues Smartphone direkt mitgekauft. Gerne werben Anbieter auch damit, dass das Telefon für eine geringe Anzahlung dem Vertrag hinzugefügt werden kann. Abbezahlt wird das Gerät dann aber über die laufenden Vertragskosten. Und das kann schnell teurer werden, als wenn man das Gerät unabhängig kauft. Hier sollte man sich über den Kaufpreis des Smartphones im Laden informieren und ausrechnen, ob man mit einem einzelnen Kauf nicht günstiger fahren würde, rät Flosbach.

Volle Kontrolle über das Datenvolumen Wer keine Flatrate für die Nutzung mobiler Daten gebucht hat, sollte regelmäßig einen Blick auf den Datenverbrauch des eigenen Smartphones werfen, rät die Verbraucherzentrale. Dieser ist unter anderem über die Einstellungen des Telefons einsehbar. So lassen sich Anwendungen, die besonders viel Volumen verbrauchen, ausfindig machen. Video- und Socialmedia-Apps wie Youtube und Instagram zählen dazu. Bei einigen Programmen kann über den Datensparmodus der Verbrauch reduziert werden. Auch Nachrichten-Dienste wie Whatsapp sind datenhungrig, wenn über sie Telefonate geführt werden. Manche installierten Apps verbrauchen selbst dann Volumen, wenn sie nicht aktiv verwendet werden. Etwa, wenn sich die Programme selbstständig aktualisieren. Diese Updates können vom Nutzer unterbunden werden, indem er in den Einstellungen des Smartphones festlegt, dass Aktualisierungen nur über eine WLAN-Verbindung heruntergeladen werden. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, kann die mobilen Daten unterwegs auch komplett aus- und bei Bedarf wieder anschalten. Von diesen Maßnahmen profitieren auch Nutzer einer Flatrate. Denn diese bietet nur ein begrenztes Datenvolumen. Ist das aufgebraucht, erscheint das Buchen von zusätzlichem Volumen durchaus attraktiv. Die Kosten dafür sind jedoch vergleichsweise hoch.

Auf Reisen außerhalb der Europäischen Union kann es auch für Nutzer einer Flatrate teuer werden. Vor dem Urlaub sollte man sich deswegen über mögliche Kosten informieren und eventuell einen Zusatztarif buchen, so die Verbraucherzentrale.

Retten was zu retten ist Falls das Smartphone ein Riss im Display hat oder aus anderen Gründen nicht mehr funktioniert, lohnt es sich, Fachleute zu fragen, ob eine Reparatur sinnvoll ist. Auch bei beschädigten Geräten ist es sinnvoll, vorher die Angebote zu vergleichen. So wird etwa das Display eines iPhone X beim Düsseldorfer Handydienst Blitz Repair aktuell für circa 99 Euro inklusive Garantie repariert. Bei Apple selbst kostet der Austausch der Bildschirmscheibe 311,10 Euro. Der Grund: „Wir verwenden keine Originaldisplays von Apple, weil die nicht an Drittanbieter geliefert werden“, erklärt der Dienstleister den Unterschied.