Kosten für Versicherung von Anhängern sollen sinken

Neues Gesetz : Kosten für Versicherung von Anhängern sollen sinken

Bisher müssen bei einem Unfall die Versicherung des Zugfahrzeugs und die des Anhängers haften. Das führte zu Mehrkosten, etwa für Logistikunternehmen. Die Justizministerin will das ändern.

Inhaber eines Wohnwagens, eines Bootsanhängers oder einer ganzen Speditionsfirma mussten in den vergangenen Jahren teils erhöhte Versicherungsprämien zahlen. Ein Gesetzentwurf von Justizministerin Christine Lambrecht (SPD), der unserer Redaktion vorliegt und der an diesem Mittwoch vom Kabinett verabschiedet werden soll, könnte das nun ändern. Der Grund: Die Kosten für die Anbieter von Haftpflichtversicherungen für Anhänger werden sinken, weil künftig bei einem Unfall in der Regel allein die Versicherung des Zugfahrzeugs für den Schaden aufkommen soll.

Seit 2010 gilt eine Doppelhaftung. Demnach müssen sich der Haftpflichtversicherer von Zugfahrzeug, also beispielsweise eines Pkw oder einer Sattelzugmaschine, und der Versicherer des Anhängers die Schadenssumme zu je 50 Prozent teilen. Das hatte der Bundesgerichtshof entschieden. In der Folge stieg der Verwaltungsaufwand für die Versicherungen und die Anhängerversicherungen mussten mehr Schäden regulieren. Nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie habe die geltende Doppelversicherung von Zugmaschine und Anhänger bei der Anhängerversicherung zu einer Vervielfachung der Prämien geführt. Insbesondere bei Betreibern von Anhängerflotten mit bis zu 7000 Fahrzeugen hätten sich zusätzliche Kosten von teilweise über zwei Millionen Euro ergeben, so der Verband. Das Problem aus Sicht großer Logistikunternehmen: Baut der oft bei einer anderen Firma beschäftigte Lkw-Fahrer mit seinem Fahrzeug einen Unfall, steigt auch die Schadensquote für die Anhängerversicherung, obwohl der Anhänger in der Regel nicht die Unfallursache ist – bisher drohten hohe Mehrkosten.

Ob die Versicherungsunternehmen künftig die geringeren Verwaltungskosten in Form von niedrigeren Prämien an ihre Kunden weitergeben werden, ist offen. Im hart umkämpften Versicherungsmarkt hatten auch nicht alle Unternehmen ihre Prämien erhöht.