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Klimafreundlich heizen: Was Solarthermie, Wärmepumpe & Holzöfen taugen

Klimafreundlich das Haus wärmen : Was Öko-Heizungen taugen

Wer es im Winter warm haben will, braucht eine Heizung. Mit Gas zu heizen, ist zwar wesentlich klimafreundlicher als mit Öl oder Braunkohle, wer aber wirklich wenig oder gar kein Kohlenstoffdioxid ausstoßen will, muss auf ökologischere Varianten umsteigen. Welche es gibt, was sie taugen und wie teuer sie sind. Ein Überblick.

Mit Gas zu heizen, ist wesentlich klimafreundlicher als mit Öl oder mit Braunkohle – wenn man allein den Erwärmungsvorgang daheim bedenkt. Doch wer wirklich wenig oder gar kein Kohlenstoffdioxid freisetzen will, muss auf ökologischere Varianten umsteigen. Welche es gibt, was sie taugen und wie teuer sie sind.

Sonnenkollektoren Sie sehen ähnlich aus wie Photovoltaik-Anlagen. Die Kollektorene werden auch auf dem Dach installiert, allerdings erzeugen sie mit der Sonneneinstrahlung ausschließlich Wärme. Das funktioniert in dem Kollektor selbst. Dort befindet sich in dünnen Röhren eine Wärmeträgerflüssigkeit, die erhitzt wird, wenn die Sonne auf die Anlagen scheint. Dadurch entsteht Dampf, der in den Wärmespeicher zirkuliert. Die Heizung, der Warmwasser- und der Wasseranschluss bedienen sich daraus.

Wie viel Wärme wird erzeugt? Das Umweltbundesamt erklärt, die Installation von Solarthermien komme in Frage bei „Dachausrichtungen von Ost über Süd bis West.“ Pro Person müsse man mit einem bis anderthalb Quadratmetern Kollektorfläche rechnen, bei vier Personen mit einem Speicher von etwa 300 Litern. So liefert das Gesamtkonstrukt „übers Jahr etwa 60 Prozent des benötigten Warmwassers“, erklärt die Behörde und weist auf Folgendes hin: „Sechs Quadratmeter Fläche erzeugen circa 2000 Kilowattstunden jährlich.“ Das spare 495 Kilogramm Treibhausgase ein. Allerdings sollten Vebraucher darauf achten, dass im Wärmeträger keine „halogenierten Kohlenwasserstoffe“ (zum Beispiel Chlor, Flur, Brom und Jod) seien, „da diese Substanzen die Ozonschicht schädigen“.

Lohnen sich Sonnenkollektoren? Ob eine Solarthermie sich wirtschaftlich lohnt, hängt vom Gebäudezustand, dem Heizungssystem und den Brennstoffpreisen ab. Deshalb sollten Interessierte auf jeden Fall ihre Energieverbräuche auswerten und sich individuell beraten lassen – zum Beispiel bei der Verbraucherzentrale, die einen Eignungs-Check für Heizungen anbietet. Auch das Bundesumweltamt gibt Hilfestellungen. Die ganze Anlage kostet zwischen 4000 und 6000 Euro. Mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude- und Einzelmaßnahmen des Bundeswirtschaftsministeriums können Interessierte einen 30-prozentigen Zuschuss bekommen. Die Fachplanung und die Baubegleitung durch Handwerker oder Energieberater wird bei allen Heizungen, die gefördert werden, mit 50 Prozent staatlichen Geldern unterstützt.

Wärmepumpen Auch die Wärmepumpe spielt eine Rolle, wenn es um klimafreundlicheres Heizen geht. Es gibt sie in zwei verschiedenen Varianten: die Erdwärmepumpe, die die hohen Temperaturen aus der Erde holt. Sie funktioniert „wie ein Kühlschrank“, sagt das Umweltbundesamt, „nur umgekehrt und mit viel höherer Leistung.“ Und es gibt die Luftwärmepumpe, die Wärme aus der Umgebungsluft gewinnt.

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Wann lohnen sich Wärmepumpen? Die Pumpen lohnen sich, wenn die Temperaturen für das Heizen möglichst konstant und hoch sind. Die Effizienz beider Varianten wird in der Jahresarbeitszahl (JAZ) angegeben. Sie steht für die Bereitstellung von Kilowattstunden Heizwärme durch die Anzahl des elektrischen Stroms in Kilowatt. Eine JAZ von vier oder höher sei ideal, sagt das Umweltbundesamt. Außerdem teilt es mit: „Luftwärmepumpen erreichen diesen Wert nur unter günstigen Umständen.“ Die Erdwärmepumpe bietet hingegen auch in kalten Jahreszeiten Vorteile. Denn: „Grundwasser und Erdreich verfügen während des Winters, wenn der Heizwärmebedarf groß ist, über eine relativ hohe, stabile Durchschnittstemperatur.“

Je nach Aufstellungsort und Ausführung kosten die beiden Pumpen zwischen 12.000 und 24.000 Euro.

Wie kann ich mich beraten?

Hilfestellungen bieten neben dem Eignungscheck der Verbraucherzentrale auch ein Modernisierungscheck vom Umweltbundesamt. Der wird für Neubauten ( https://bit.ly/3Ndg2Cb) und Altbauten (https://bit.ly/39Mucwv) angeboten.

Heizungen mit Holz Immer wieder in Verbindung mit klimafreundlichem Heizen werden auch dänische Kaminöfen, Pellet- und Holzschnitzel-Heizungen gebracht. Die Holzschnitzel-Heizung nutzt kleine Stückchen Holz. Bis zu 20 Stunden bleibt es warm im Raum, ohne dass man nachlegen muss. Zwischen 10.000 und 20.000 Euro bezahlen Verbraucher für eine Anlage mit einer Leistung von rund 20 Kilowatt. Weil sie zu den Biomasseanlagen gehört, können Verbraucher über die Bundesförderung des Wirtschaftsministeriums zu 35 Prozent gefördert werden, sogar zu 45 Prozent, wenn Sie eine Ölheizung dafür austauschen.

Ist das klimafreundlich? Das Umweltbundesamt rät, dass Verbraucher „aus Klimaschutz-, Luftreinhalte- und ökologischen Gründen auf die Nutzung von Holz“ verzichten sollten. Denn beim Abbrennen von Holz entstehen neben gesundheitsschädlichen Luftschadstoffen auch klimaschädliches Methan, Lachgas und Ruß. Ein Beispiel dazu: „Ein neuer Kaminofen üblicher Größe emittiert, wenn er bei Volllast betrieben wird, in einer Stunde etwa 500 mg Staub“, sagt das Umweltbundesamt. Das entspreche etwa 100 Kilometer Fahren mit einem Auto der Abgasnorm Euro 6.

Auch wer mit einem Pellet- oder dänischen Ofen heizen will, wird deshalb vom Umweltbundesamt darauf hingewiesen. Diese Heizanlagen mit größeren Holzstücken sollten, wenn sie in Betrieb sind, durch eine gute Hausdämmung und einen verringerten Wärmebedarf unterstützt werden. Öfen, die älter als 15 Jahre sind, sollten durch technisch-modernere, wirkungsstärkere und emissionsärmere Modelle ausgetauscht werden. Varianten mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“ sind so zum Beispiel „effizient und emissionsarm“, sagt das Amt. Deshalb sollten Verbraucher auch darauf achten, umweltfreundliche Holzpellets aus der Region zu kaufen. Es gibt sie in den Qualitätsklassen DIN Plus, EN Plus und DIN EN 17225-2A1.