KKH: Arbeitnehmer in Deutschland sind immer länger krankgeschrieben

Auswertung der KKH : Arbeitnehmer in Deutschland immer länger krankgeschrieben

15 Tage fielen Arbeitnehmer im vergangene Jahr krankheitsbedingt aus. Zu dem Schluss kommt die KKH nach einer Auswertung der Krankheitsfälle ihrer Versicherten.

Beschäftigte in Deutschland sind immer länger krankgeschrieben. Die durchschnittliche Fehlzeit je Krankheitsfall stieg nach einer Auswertung der Krankenkasse KKH im vergangenen Jahr auf ein Rekordniveau. Demnach fielen Beschäftigte im Schnitt 15 Tage im Job aus. Das waren 0,6 Tage mehr als im Vorjahr und 1,2 Tage mehr als noch 2015, wie die Kasse am Donnerstag in Hannover mitteilte. Außerdem waren Frauen deutlich häufiger krank als Männer: Sie fehlten durchschnittlich bei 5,6 Prozent ihrer Sollarbeitszeit, ihre männlichen Kollegen dagegen nur bei 4,4 Prozent.

Der Krankenstand war nach Angaben der Krankenkasse in Sachsen-Anhalt mit 6,4 Prozent am höchsten, in Hamburg und Baden-Württemberg mit jeweils 4,1 Prozent am niedrigsten. Bei der Krankheitsdauer waren die Versicherten der Kasse aus dem Saarland mit 17,4 Tagen Spitzenreiter, gefolgt von denen aus Nordrhein-Westfalen und Brandenburg mit jeweils 15,9 Tagen. In Bayern war die Fehlzeit mit durchschnittlich 13,9 Tagen am niedrigsten.

Ein möglicher Grund für diese Unterschiede sei die Jobstruktur in den jeweiligen Regionen, sagte Daniel Hinz vom KKH-Serviceteam. So erkrankten Menschen öfter, wenn sie körperlich anstrengende Tätigkeiten ausübten.

Zu den 2019 am meisten verbreiteten Krankheiten zählten Atemwegsinfekte wie Erkältungen und Grippe, gefolgt von Problemen des Muskel-Skelett-Systems und Magen-Darm-Erkrankungen. Am längsten fielen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit durchschnittlich 68,6 Tagen wegen der Diagnose Krebs und mit 40,3 Tagen wegen psychischer Leiden aus. Die Kasse hat nach eigenen Angaben die Zahl der Kalendertage mit ärztlichem Attest ihrer Versicherten ausgewertet.

(c-st/epd)