Berlin: Kassen und Ärzte fordern Qualitätstest für Verbandmittel

Berlin: Kassen und Ärzte fordern Qualitätstest für Verbandmittel

Beim Einsatz von Verbänden für die Wundversorgung fordern Ärzte und Krankenkassen mehr Qualitätskontrolle. Bislang können Verbände, die beispielsweise Schmerzmittel, Antibiotika oder naturheilkundliche Stoffe enthalten, ohne Nutzenbewertung verschrieben und eingesetzt werden.

Das Gesundheitsministerium arbeitet derzeit an einer Reform für Einsatz und Finanzierung von Heil- und Hilfsmitteln, die heute im Gesundheitsausschuss des Bundestags beraten wird. Ärzte und Kassen sind mit dem Text unzufrieden. Aus ihrer Sicht verfestigt er den Status Quo. Entscheidend dafür, ob ein Produkt auf den Markt kommt, sei "einzig die Einstufung eines Produkts durch seinen Hersteller", heißt es in einem gemeinsamen Schreiben der Ärzte und Kassen an das Gesundheitsministerium, das unserer Redaktion vorliegt. "Hierdurch entstehen Anreize, die eine hohe Versorgungsqualität der Patientinnen und Patienten mit notwendigen Verbandmitteln gefährden und die Wirtschaftlichkeit der Versorgung in Frage stellen", kritisieren die Fachleute weiter.

Der Markt ist attraktiv. Laut GKV-Verband geben die Kassen jährlich knapp eine Milliarde Euro für Verbandmittel aus. 487 Euro Millionen wurden für jene kombinierten Verbandmittel aufgewendet, bei denen die Verbände mit Salben oder Arzneien versehen sind.

(qua)