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Berlin: Kassen sollen Schüler-Vorsorge bezahlen

Berlin : Kassen sollen Schüler-Vorsorge bezahlen

Die Untersuchungen U 10, U 11 und J 2 sollen Kassenleistungen werden.

Grundschüler und Jugendliche sollen nach Plänen von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) künftig Anspruch auf Vorsorgeuntersuchungen beim Kinderarzt haben. Das Untersuchungsprogramm für Kinder und Teenager solle entsprechend ausgebaut werden, sagte der Minister der "WAZ". Bis zu drei neue Vorsorgeuntersuchungen sollen demnach zu Regelleistungen der gesetzlichen Krankenkassen werden: die U10 und U11 für Grundschüler sowie die J2 für Jugendliche bis 18 Jahre. Bislang sind nur die U1 bis U9 im Vorschulalter und die J1 für Zwölf- bis 14-Jährige gesetzliche Kassenleistungen.

Die Weichen für ein gesundes Leben würden im Kindes- und Jugendalter gestellt, erklärte Gröhe: "Deshalb ist es wichtig, dass auch die Früherkennung von gesundheitlichen Risiken schon bei den Kleinsten beginnt und in allen Altersgruppen gestärkt wird."

Im Grundschulalter und im späteren Teenager-Alter klaffe eine Lücke in der gesundheitlichen Vorsorge der Kinder, erklärte der Bundesverband der Kinderärzte. Zwar übernehmen immer mehr Krankenkassen, darunter die Knappschaft und die AOK Rheinland/Hamburg, freiwillig die Kosten für die U10 und U11. Auch die J 2 wird von einigen Kassen gezahlt. Doch nach wie vor gehen viele Familien auch leer aus. Jedes dritte gesetzlich versicherte Kind hat keinen Anspruch auf diese Untersuchungen.

Bei der U10, die im Alter von sieben bis acht Jahren ansteht, werden hauptsächlich Schulleistungs- sowie Sozialisations- und Verhaltensstörungen, aber auch Medienverhalten von Kindern begutachtet. Untersucht werden darüber hinaus Zahn-, Mund- und Kieferanomalien. Bei der U11, die im Alter von neun bis zehn Jahren vorgenommen werden soll, geht es zudem um das Erkennen und Verhindern von Süchten.

Bei der im Alter von 16 bis 17 Jahren anstehenden J 2 geht es bei der Untersuchung um medizinische Risiken wie Schilddrüsenerkrankungen und Diabetes, Körperhaltung und Fitness, Sozialisations- und Verhaltensstörungen, Entwicklung der Sexualität aber auch Medienverhalten und Umgang mit Drogen. Zusätzlich wird der Impfstatus kontrolliert und auf Wunsch aufgefrischt.

(epd)