Köln: Kartellamt: Benzinpreise bald in Echtzeit vergleichbar

Köln : Kartellamt: Benzinpreise bald in Echtzeit vergleichbar

Gegen 108 Unternehmen und 68 Privatpersonen hat das Bundeskartellamt in den vergangenen beiden Jahren Bußgelder von insgesamt über einer halben Milliarde Euro verhängt. Die höchsten Beträge entfielen mit 124,5 Millionen Euro auf die vier Mitglieder des sogenannten Schienenkartells, wovon mit 103 Millionen Euro der Löwenanteil von ThyssenKrupp zu zahlen war. Voestalpine als Kronzeuge kam mit 8,5 Millionen Euro davon.

"Wir räumen der Kartellverfolgung höchste Priorität ein", erklärte Kartellamtschef Andreas Mundt bei der Jahresbilanz. Ermittlungsmethoden und das 2012 eingerichtete anonyme Hinweisgebersystem haben zu 34 abgeschlossenen Verfahren geführt. Beim Verfahren gegen das Schienenkartell wurden bislang nur Absprachen gegenüber der Deutschen Bahn sanktioniert. Ermittelt wird zudem wegen des Verdachts auf Kartellverstöße bei Schienen und Weichen für regionale und lokale Nachfrager, darunter auch Kommunen. Dieses Verfahren will die Behörde in diesem Jahr abschließen.

Im Sommer hofft Mundt, dass die Markttransparenzstelle Kraftstoffe starten kann. In Echtzeit sollen Verbraucher dann über die Preisänderungen an sämtlichen Tankstellen informiert werden. Allerdings wird dies nicht über eine Webseite des Kartellamts möglich sein; dieses wird vielmehr die Daten an Informationsdienstleister weiterleiten, die ihre Zulassung ab Mitte Juli beantragen können. Die Transparenzstelle wird aufgrund der Sektoruntersuchung Kraftstoffe eingerichtet. Eine derartige Untersuchung soll nun auch bei Raffinerien und dem Großhandel erfolgen.

(RP)